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Kita-Konzept hilft, Defizite früh zu erkennen

Barsinghausen Kita-Konzept hilft, Defizite früh zu erkennen

Defizite früh erkennen und betroffene Kinder fördern: Das ist das Ziel des sozialpädiatrischen Kita-Konzepts der Region Hannover. Seit zwei Jahren werden in Barsinghäuser Einrichtungen Beratungen und sogenannte Screenings durchgeführt. Noch immer zeigen sich bei vielen Kindern Auffälligkeiten bei Sprache, Motorik und Entwicklung.

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Quelle: Symbolbild

Barsinghausen. Rund 40 Prozent der 345 untersuchten Kinder in Barsinghäuser Kitas zeigen diese Auffälligkeiten. „Das ist eine ganze Menge“, sagt Rene Beck vom Fachdienst Kinderbetreuung, der das Konzept im Sozialausschuss des Rats der Stadt vorstellte. Damit sich diese Zahl minimiert, werden an den Kitas Barsinghausen, Regenbogen, Wichtelhausen und seit Neustem auch Egestorf I regelmäßige Besuche eines Arztes des Teams Sozialpädiatrie und Jugendmedizin, individuelle Sprachförderung sowie kostenlose Beratungen durch einen Psychologen der Familien- und Erziehungsberatungsstellen für Eltern und Erzieher angeboten.

Zudem werden alle Erzieher speziell geschult. Durch ein Screening stellen die Erzieher fest, ob ein Kind Defizite hat und um welche Defizite es sich handelt. In dem Bewertungsbogen kreuzen die Mitarbeiter an, welchen aktuellen Entwicklungsstand das jeweilige Kind hat. Gefragt wird beispielsweise, ob der Junge oder das Mädchen einen großen Ball fangen oder aber sich eine kleine Geschichte merken kann. Daraus und aus den Gesprächen mit Ärzten, Psychologen und Erziehern lässt sich dann ableiten, in welchem Bereich ein Kind gefördert werden sollte.

Auffällig dabei: Viele Kinder haben Sprachprobleme und zeigen zusätzlich Verhaltens- oder Wahrnehmungsauffälligkeiten. „Wer nicht spricht, kann auch nicht sagen, was er fühlt“, sagt Beck. Deshalb sei ein Doppelbefund ziemlich wahrscheinlich. Dadurch komme es dann zu Aggressionen oder ähnlichem.

„Das Angebot ist sehr niederschwellig – die Hilfe kommt in die Kita, niemand sieht, wie die Familie in eine Beratungsstelle geht“, sagt Beck. Dennoch sträuben sich einige Eltern, die Hilfe anzunehmen. Lediglich 47 Eltern haben das Beratungsangebot bisher in Anspruch genommen, obwohl wesentlich mehr Kinder Auffälligkeiten zeigten. Bei 15 dieser Ratsuchenden war eine Erstberatung ausreichend – denn häufig haben die Eltern nur Fragen dazu, wieso sich ihr Sprössling nicht an Regeln hält oder ob sie alles richtig machen.

16 Eltern wurde die Anmeldung zur Familien- und Erziehungsberatung geraten, und drei Familien wurden an andere Einrichtungen verwiesen. Das können zum Beispiel Logopäden und Ergotherapeuten sein. Die ersten Bewertungsbögen aus dem Screening liegen nun der Region zur anonymen Auswertung vor. „Wenn wir merken, dass es nach wie vor mehr Kinder mit Auffälligkeiten gibt, müssen wir überlegen, was wir noch zusätzlich anbieten, um den Bedarf zu decken“, sagt Beck.

Von Lisa Malecha

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