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Sparkassenkunden müssen Schließfächer räumen

Egestorf Sparkassenkunden müssen Schließfächer räumen

Was tun, wenn einem die Möglichkeit genommen wird, seine Wertsachen an einem sicheren Ort unterzubringen? Diese Frage stellen sich derzeit viele Barsinghäuser Kunden, die von Sparmaßnahmen der Sparkasse Hannover betroffen sind.

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Bald keine Schließfächer mehr: Die Sparkasse Hannover schränkt in ihrer Filiale an der Stoppstraße den Service ein.

Quelle: Mirko Haendel

Egestorf. Bereits im Oktober hatte die Sparkasse Hannover angekündigt, Personal einsparen zu wollen. Betroffen sind 43 Filialen in der Region – auch die Filiale an der Stoppstraße in Egestorf. In dem sogenannten BeratungsCenter soll es ab Anfang September persönliche Beratung nur noch an zwei Tagen pro Woche oder mit Termin geben.

Vor wenigen Tagen erhielten nun die Kunden, die zudem ein Schließfach gemietet haben, ein Schreiben von dem Geldinstitut, dass sie ihre Schließfachschlüssel bis spätestens 9. Juli bei der Sparkasse abgeben müssen, weil die Fächer nicht länger betrieben würden. Auf Nachfrage erklärte Renate Schmidt-Temmelmann, Leiterin der Unternehmenskommunikation: „Die Schließfachanlage in Egestorf ist älterer Bauart und kann durch die Umstellung auf die neuen Öffnungszeiten unter technischen und sicherheitsrelevanten Aspekten leider nicht weiter betrieben werden." Betroffen davon sind laut Schmidt-Temmelmann 120 Kunden mit insgesamt 159 Mietfächern.

Einer der betroffenen Kunden, der aus Angst vor einem Einbruch nicht genannt werden möchte, übt Kritik am Vorgehen der Sparkasse: „Ich habe Verständnis dafür, dass Filialen geschlossen oder der Service eingeschränkt werden müssen. Aber kann man uns denn dann keine realistische Alternative nennen?“ Nach Angaben von Schmidt-Temmelmann gibt es aufgrund hoher Nachfrage nach Kundenschließfächern in der Region Süd, zu der Egestorf gehört, derzeit „leider keine freien Schließfachkapazitäten“. Als Ausweichmöglichkeiten nennt das Unternehmen Filialen in der Innenstadt von Hannover oder den Neubau der Sparkasse in Springe, der im Oktober eröffnen soll. „Die genannten Filialen sind doch für ältere Leute nicht wirklich in erreichbarer Nähe“, sagt der kritische Kunde. Das Vorgehen der Sparkasse sei „ein derartiger Service-Mangel“, dass er ernsthaft überlege, das Geldinstitut zu wechseln.

Offenbar geht es vielen betroffenen Kunden so. Martin Wildhagen, Marketingleiter der Stadtsparkasse Barsinghausen, bestätigt, dass es in den vergangenen Tagen zahlreiche Nachfragen nach Schließfächern gegeben habe. Die Stadtsparkasse verfügt nach eigenen Angaben in ihrer Hauptstelle in der Marktstraße über rund 330 sogenannte Tresormat-Fächer. Allerdings seien von diesen rund um die Uhr den Kunden zugänglichen Tresoren nur noch gut 20 nicht vermietet. Als Alternative verfüge die Stadtsparkasse zudem über 550 Tresorschließfächer, bei denen die Öffnung nur gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Geldinstituts während der Öffnungszeiten möglich ist. Davon stünden derzeit rund 250 zur Verfügung.

Von Mirko Haendel

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