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Staatssekretär will faire Bezahlung für Pflegekräfte

Barsinghausen Staatssekretär will faire Bezahlung für Pflegekräfte

Staatssekretär Karl-Josef Laumann hat sich am Freitagabend in Barsinghausen für eine faire und tarifliche Bezahlung von Pflegekräften stark gemacht. Außerdem muss der Bereich Tagespflege seiner Ansicht nach künftig kommunal gesteuert werden.

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Karl-Josef Laumann hält im Barsinghäuser Brigittenstift einen Vortrag zum Thema Pflegeversicherung. 

Quelle: Weißer

Barsinghausen. Laumann, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bundesregierung, war auf Einladung der Parlamentarischen Staatssekretärin Maria Flachsbarth (CDU) in deren Wahlkreis nach Barsinghausen gekommen, um im Brigittenstift am Baltenweg zum Thema „20 Jahre Pflegeversicherung" einen Vortrag zu halten. Außer dem zweiten Referenten, Jörg Reuter-Radatz, Bereichsleiter Gesundheit, Rehabilitation und Pflege der Diakonie Niedersachsen, waren auch rund 40 interessierte Bürger der Einladung zu dem öffentlichen Vortrag gefolgt.

Die Bundesregierung hatte unter anderem in diesem Jahr mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz die Leistungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige in einem Umfang von 2,4 Milliarden Euro ausgeweitet und das zweite Pflegestärkungsgesetz bereits auf den Weg gebracht, das beispielsweise fünf statt der bislang drei Pflegestufen vorsieht.

Laut Laumann werden die Leistungen damit erheblich ausgebaut, insbesondere für Demenzkranke. „Das zweite Pflegestärkungsgesetz verdient nur Lob – 75 Prozent der Forderungen der Diakonie wurden berücksichtigt", sagte Reuter Raddatz. Vor allem sei bei der Stärkung der ambulanten Pflege viel gelungen.

Doch nicht die finanziellen Mittel, sondern der Fachkräftemangel bereite ihm Sorge, sagte Laumann. „Wir müssen in der Gesellschaft zu einer höheren Wertschätzung für Pflegekräfte kommen", sagte der Staatssekretär und sprach sich für eine faire, in Tarifverträgen vereinbarte Bezahlung der professionellen Pflegekräfte aus. „Es kann nicht sein, dass der Wettbewerb der Pflegedienste über die Löhne der Mitarbeiter stattfindet." Außerdem empfahl er eine bundesweite Ausbildungsumlage und bessere Möglichkeiten für die Weiterqualifizierung von Hilfskräften, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Nach Ansicht von Laumann müsse die Tagespflege künftig kommunal gesteuert werden. Das, was vergleichsweise bei der Krippenbetreuung von Kindern unter drei Jahren geschaffen worden sei, müsse auch bei der Versorgung und Betreuung von pflegebedürftigen Menschen möglich sein. „Wir brauchen dabei ein Zusammenspiel von Familie, Ehrenamt und Profis, denn eine hundertprozentige Betreuung über Profis werden wir nie hinbekommen." Laut Laumann werden rund zwei Drittel der mehr als 2,6 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland von ihren Angehörigen versorgt und betreut.

Im Anschluss an den Vortrag standen Laumann und Reuter-Radatz den Zuhörern Rede und Antwort, die unter anderem Fragen zu Eingliederungshilfen für behinderte Menschen, den fünf neuen Pflegestufen sowie zur Pflegedokumentation und zum bürokratischen Aufwand für ambulante Pflegedienste stellten.

Von Sven Weißer

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