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Mehr Schutz für Unterkünfte

Politik und Verwaltung setzen Zeichen Mehr Schutz für Unterkünfte

Die Stimmung in Barsinghausen nach dem Brandanschlag auf den Rohbau der Flüchtlingsunterkunft ist von Entsetzen und Wut geprägt. Politik und Verwaltung sind sich einig: „Wir werden uns durch solche feigen Anschläge nicht auseinandertreiben lassen“, sagte Erster Stadtrat Georg Robra wenige Stunden nach der Tat.

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Gemeinsam für Integration: Vertreter des Barsinghäuser Rats, von Verwaltung, Polizei und Feuerwehr demonstrieren ihren Willen, sich von dem Brandanschlag auf den Rohbau des Flüchtlingsheims nicht vom gemeinsamen Weg abbringen zu lassen.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Die Brandstiftung in der Unterkunftbaustelle am frühen Sonnabendmorgen hat nach ersten Schätzungen der Polizei mindestens 100.000 Euro Schaden verursacht. Verwaltung und Baufirma befürchten allerdings, dass der Rohbau an der Hannoverschen Straße wieder komplett abgerissen werden muss, weil die giftigen Rauchgasniederschläge von den Wänden nur sehr schwer entfernt werden können.

Die Nachricht von dem Anschlag in Barsinghausen hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat das Verbrechen scharf verurteilt. In der Deisterstadt haben Vertreter aller sechs im Rat vertretenen Fraktionen gemeinsam mit Verwaltung, Polizei und Feuerwehr ein Zeichen gesetzt: Sie versammelten sich am Sonnabendnachmittag im Rathaus, um die gemeinsame Haltung zu demonstrieren. "Wir wollen den Prozess der Integration von Flüchtlingen unbedingt fortsetzen", bekräftigte Robra im Namen aller Beteiligten.

Zuvor hatte der Erste Stadtrat bereits von einem "schwarzen Tag für Barsinghausen" gesprochen. Die Brandstiftung sei "ein Anschlag auf die gesamte Stadtgesellschaft", sagte Robra. "Diese Tat ist so abscheulich, dass mir die Worte fehlen." Ebenfalls noch am Sonnabend tagte im Rathaus die Verwaltungsspitze, um über Sofortmaßnahmen zu beraten. Mit sofortiger Wirkung werde der Schutz von Gemeinschaftseinrichtungen für Flüchtlinge verstärkt, sagte Robra am Sonntag. "Wir steigen in ein neues Sicherheitssystem ein." Details dazu will die Verwaltung nicht preisgeben. "Wir werden die neue Strategie eng mit der Polizei abstimmen", sagte Robra lediglich.

Am Montag will die Verwaltung nach den Worten des Ersten Stadtrates entscheiden, ob es kurzfristig eine öffentliche Informationsveranstaltung zur Situation nach dem Brandanschlag geben wird. Daran sollen außer der Verwaltung weitere Institutionen beteiligt werden. "Wir müssen einen Weg finden, wie wir mit den Bürgern im Gespräch bleiben", sagt Robra. Fragen zum Thema Flüchtlingsunterbringung seien vorhanden, viele Menschen hätten auch das Bedürfnis, sich mitzuteilen. "Dafür wollen wir einen Rahmen schaffen."

Trotz der befürchteten Zerstörung des Unterkunft-Rohbaus: Die Verwaltung will die Unterbringung von Zuwanderern in Turnhallen unbedingt vermeiden. "Nur im absoluten Notfall" sei das denkbar, sagt Erster Stadtrat Georg Robra. Bei einer Belegung von Turnhallen sei absehbar, dass es "ein Riesenproblem mit der Akzeptanz" geben werde. Die Verwaltung sei allerdings zuversichtlich, dass sich die Fertigstellung der Unterkunft an der Hannoverschen Straße selbst bei einem Totalverlust des Rohbaus nur um einige Wochen verzögern würde – sofern die Bodenplatte unbeschädigt geblieben ist. Grund sei die Verwendung von Betonfertigteilen bei dem Bau, sagt Robra. Viel hänge nun davon ab, ob weitere Fertigteile kurzfristig lieferbar seien.

Von Andreas Kannegießer

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