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Stadt versäumt zwölf Jahre lang Brandschutzprüfungen

Kirchdorf Stadt versäumt zwölf Jahre lang Brandschutzprüfungen

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung muss rund 380 000 Euro investieren, um die Kirchdorfer Astrid-Lindgren-Grundschule im Bereich der Brandschutztechnik auf den neuesten Stand zu bringen. Bei den Ratsfraktionen ist das Projekt nicht unumstritten, weil die Grundschule erst 2010 aufwendig umgebaut und erweitert worden war.

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In der Astrid-Lindgren-Schule muss Brandschutztechnik für rund 380.000 Euro nachgerüstet werden.

Quelle: Andreas Kannegießer

Kirchdorf. Während die Politik mutmaßt, dass die Gebäudewirtschaft damals möglicherweise Planungsfehler begangen haben könnte, verweist die Verwaltung unter anderem auf verschärfte Anforderungen als Folge der 2012 geänderten Niedersächsischen Bauordnung.

Unstrittig ist, dass von der Gebäudewirtschaft zwölf Jahre lang die vorgeschriebenen regelmäßigen Brandschutzprüfungen nach Baurecht durch den TÜV Nord unterlassen worden sind. „Alle damals Verantwortlichen sind heute nicht mehr dabei“, sagte Bürgermeister Marc Lahmann in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. Erst unter der neuen Leitung der Gebäudewirtschaft im Jahr 2014 seien die Prüfungen wiederaufgenommen worden. Dabei sind nach Mitteilung der Verwaltung auch prompt „erhebliche Mängel“ aufgefallen. Demnach fehlt die Sicherheitsbeleuchtung im Gebäude komplett, ebenso hat die Brandmeldezentrale nicht den vorgeschriebenen eigenen Stromkreis. Ein Teil der nun aufwendig zu behebenden Mängel wäre schon bei den unterlassenen Prüfungen aufgefallen, meint die Verwaltung. Ein anderer Teil aber sei Folge des verschärften Baurechts. „Der Stand der Technik kann sich ändern“, betonte Lahmann. Bestandsschutz greife in einem solchen Fall nicht. Das neue Brandschutzkonzept sieht laut Verwaltung unter anderem auch die Sicherung von Flucht- und Rettungswegen in dem Gebäude vor – etwa, indem zusätzliche Brandschutztüren eingebaut und Bereiche so abgetrennt werden können.

Die Ratsfraktionen sind sich einig, dass das Geld für die zusätzliche Brandschutztechnik im Kirchdorfer Schulgebäude freigegeben werden muss. Dennoch bleibt Skepsis: Bernhard Klockow (FDP) sprach von einem „ganz schlechten Gefühl“ bei der Entscheidung. „Die Verwaltung hat schlecht gearbeitet“, sagte er. Bernd Gronenberg (SPD) erinnerte daran, dass in den Ratsgremien vor dem 2009 gestarteten Umbau in Kirchdorf ausführlich über die Themen Rettungswege und Brandabschnitte gesprochen worden sei. SPD-Ratsherr Reinhard Dobelmann stellte die Frage, wie die Situation in den übrigen kommunalen Gebäuden in der Stadt sei und forderte eine Übersicht von der Verwaltung ein. „Wir hoffen, dass wir so eine Situation künftig nicht noch einmal vorfinden“, sagte er.

Von Andreas Kannegießer

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