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Stadt will ihre Fußgängerzone schützen

Barsinghausen Stadt will ihre Fußgängerzone schützen

Mit ihrem neuen Einzelhandelskonzept setzt die Stadt Barsinghausen offenbar immer höhere Hürden für Handelsunternehmen, die abseits der City ansässig sind und Expansionspläne hegen. „Wir wollen unsere Fußgängerzone schützen“, sagt Baudirektor Tobias Fischer. „Das ist ein wichtiges Ziel des Konzepts.“

Barsinghausen. Das von dem Beratungsunternehmen Cima im Auftrag der Stadt erarbeitete Einzelhandelskonzept liegt bisher als Entwurf vor. Bürger können bis zum Monatsende im Rathaus Anmerkungen und Einwände zu dem Gutachten vorbringen, ehe das Konzept im weiteren Jahresverlauf vom Rat der Stadt diskutiert und verabschiedet werden soll. Das Konzept werde einen Teil der künftigen Stadtentwicklung deutlich prägen, sagt Fischer. „Deshalb lohnt es sich, dabei einen Konsens zu finden.“

In dem Konzept stellen die Gutachter heraus, dass Ansiedlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Einzelhändler vor allem danach zu bewerten seien, ob sie eine Konkurrenz für den innerstädtischen Versorgungskern darstellen oder nicht. Auswirkungen könnte das vor allem auf die Erweiterungsabsichten von Aldi und Rewe am Reihekamp haben. Auch die Expansionspläne des zweiten Barsinghäuser Aldi-Marktes an der Stoppstraße in Egestorf beurteilen die Cima-Gutachter kritisch.

Der Barsinghäuser SPD-Ortsvereinsvorsitzende Reinhard Dobelmann hält den Einzelhandelsstandort am Reihekamp ohnehin nur für das Ergebnis einer rechtlichen Lücke. „Der Standort war politisch gar nicht gewollt“, sagt er. „Wir sollten ihn deshalb auch nicht weiter ausbauen.“ Die SPD plädiert – wie die Gutachter – für eine Konzentration der attraktiven Einzelhandelsangebote auf die Innenstadt. „Wir müssen versuchen, Strukturen zu schaffen, damit in der Innenstadt eine breite Angebotspalette vorgehalten werden kann“, sagt Dobelmann. Ansonsten gelte es, auch in den kleineren Ortsteilen für eine Grundversorgung zu sorgen, „auch wenn es schwierig ist, Investoren zu finden“.

Die CDU beurteilt die Situation ähnlich. Der Schutz der ansässigen Einzelhändler sei wichtig, sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Gerald Schroth. Dies gelte umso mehr, weil Barsinghausen mit seiner Deisterrandlage keinen Einzugsbereich im 360-Grad-Radius habe wie andere Mittelzentren. Für Aldi und Rewe am Reihekamp sieht Schroth nur dann Erweiterungsmöglichkeiten, wenn es eine Kompensation mit anderen Verkaufsflächen an diesem Standort geben würde. „Insgesamt sollte die Größenordnung dort aber erhalten bleiben.“ Wichtig am Einzelhandelskonzept ist aus Schroths Sicht auch die daraus folgende Außendarstellung der Stadt. „Es ist ein Signal: Wir wollen unseren Einzelhandel nicht auf der grünen Wiese haben.“

Von Andreas Kannegießer

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