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Stolpersteine kehren zurück in die Marktstraße

Barsinghausen Stolpersteine kehren zurück in die Marktstraße

Nach rund drei Jahren sind die beiden Stolpersteine für die jüdischen NS-Opfer Alma Meyer und ihren Bruder Siegfried Philippsohn am Donnerstag an ihren ursprünglichen Platz vor dem Haus Marktstraße 1 zurückgekehrt.

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Peter Holtz vom Baubetriebshof setzt die Stolpersteine ein, Reinhard Dunkel (hinten, von links), Eckard Steigerwald, Michael Dettmann und Marc Lahmann schauen ihm über die Schulter.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Die beiden Stolpersteine aus Messing, die ins Straßenpflaster eingelassen und mit den Lebensdaten von Meyer und Philippsohn versehen sind, sollen an die früheren jüdischen Bewohner des Grundstücks erinnern, die von den Nationalsozialisten umgebracht wurden. Das Grundstück Marktstraße 1 befand sich bis 1897 im Besitz der Familie Philippsohn. Später befand sich auf dem Areal die Gaststätte Kaiserhof, vor wenigen Wochen ist dort die neue Seniorenresidenz Kaiserhof eröffnet worden.

Insgesamt gibt es im Barsinghäuser Stadtgebiet inzwischen rund 45 Stolpersteine, die zumeist unter der Regie der Siegfried-Lehmann-Stiftung in die Gehwege eingesetzt worden sind. Die beiden Steine für Alma Meyer und Siegfried Philippsohn waren wegen des Umbaus der Fußgängerzone und der anschließenden Bauarbeiten auf dem Kaiserhofareal im Frühjahr 2014 gesichert und eingelagert worden. Am Donnerstag ließ Peter Holtz vom Baubetriebshof die Steine wieder ins Pflaster am Eingang der Fußgängerzone ein – unterstützt von Eckard Steigerwald und Reinhard Dunkel von der Siegfried-Lehmann-Stiftung, Bürgermeister Marc Lahmann und Tiefbau-Fachdienstleiter Michael Dettmann. „Es hat in den drei Jahren etliche Anfragen nach dem Verbleib der Stolpersteine gegeben“, berichtete Steigerwald. „Die Bürger passen auf.“

Alma Meyer und Siegfried Philippsohn waren Kinder des jüdischen Kaufmanns und Viehhändlers Moses Philippsohn. Meyer wurde im Alter von 61 Jahren im Juni 1942 gemeinsam mit ihrer Tochter ins Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo sich ihre Spur verliert. Siegfried Philippsohn war Jurist. Er war 56 Jahre alt, als er mit seiner Frau im Dezember 1941 ins Ghetto Riga deportiert wurde, wo er ums Leben kam.

Von Andreas Kannegießer

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