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TSV Kirchdorf blickt optimistisch in die Zukunft

Kirchdorf TSV Kirchdorf blickt optimistisch in die Zukunft

Der von der Insolvenz bedrohte TSV Kirchdorf ist bei der Lösung seiner Probleme einen großen Schritt vorangekommen. Die Mitgliederversammlung hat am Freitagabend höhere Beiträge sowie die Einziehung eines einmaligen Sonderbeitrags beschlossen. Das Spendenkonto ist auf knapp 42.000 Euro angewachsen. Dennoch wird weiteres Geld benötigt.

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Mit großer Spannung verfolgen rund 160 Mitglieder im überfüllten Sportheim die Diskussion über die Zukunft des TSV Kirchdorf.

Quelle: Andreas Kannegießer

Kirchdorf. In der mit Spannung erwarteten Versammlung mit rund 160 Teilnehmern wurde deutlich, dass im TSV Kirchdorf ein ganz besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl herrscht. Das Votum zur Beitragserhöhung um monatlich 2,50 Euro für Erwachsene, zwei Euro für Jugendliche und vier Euro für Familien fiel einstimmig aus. Der TSV Kirchdorf braucht die Mehreinnahmen dringend, um sein jahrelanges strukturelles Defizit abzubauen und wieder auskömmlich wirtschaften zu können, wie Friedrich Wissel jun. den Sportlern vor der Abstimmung erläutert hatte. Im Jahr 2017 könne der TSV mit den höheren Beiträgen einen ausgeglichenen Etat erreichen, sofern die Börke-Halle als Trainingsstätte aufgegeben werde und die Zahl der Vereinsaustritte überschaubar bleibe, rechnete Wissel der Versammlung vor. Mittelfristig sei es dann sogar möglich, jährlich einen kleinen Überschuss zu erwirtschaften, um unerwartete Ausgaben bestreiten zu können.

Viel dringender gelöst werden muss aber das akute Schuldenproblem des Vereins, der bei Gläubigern und Kreditgebern mit insgesamt 540.000 Euro in der Kreide steht. Für alle nicht im Grundbuch abgesicherten Schulden - immerhin 264.000 Euro - strebt der TSV eine Vergleichsregelung über Quoten mit seinen Gläubigern an. Nach den Worten von Rechtsanwalt Berthold Kuban, der die Verhandlungen führt, braucht der Verein insgesamt 115.000 Euro, um alle Vergleichsbedingungen erfüllen zu können. Rund 50.000 Euro davon sollen über den einmaligen Sonderbeitrag in die Kasse fließen, den die Versammlung bei zehn Gegenstimmen beschlossen hat. 41.500 Euro haben die Mitglieder binnen zwei Wochen als Spenden oder langfristige zinslose Darlehen auf einem Treuhandkonto eingezahlt. So liegt der Fehlbetrag derzeit noch bei gut 23.000 Euro.

Der TSV Kirchdorf ist optimistisch, dass es gelingen wird, dieses Geld noch rechtzeitig aufzutreiben. "Wir müssen zusammenstehen. Helft uns und spendet weiterhin", appellierten Kuban und die TSV-Vorstandsmitglieder eindringlich an die Versammlung. Inzwischen gibt es auch Aussicht auf Hilfe von außen, wie Kuban berichtete. So habe Hannover 96 auf Vermittlung von NFV-Präsident Karl Rothmund zugesagt, im Frühjahr 2017 zu einem Benefizspiel in Kirchdorf anzutreten. Auch der Handballverein Barsinghausen und Germania Egestorf/Langreder wollen demnach die Erlöse einer gemeinsamen Benefizveranstaltung an den notleidenden TSV Kirchdorf überweisen.

Ein positives Zeugnis stellte der Wirtschaftsanwalt Manfred Voss dem Verein aus. Der Sanierungsexperte hatte auf Betreiben der Hausbank des TSV in den vergangenen Wochen dessen Finanzsituation begutachtet. "Im Verein steckt viel Herzblut", sagte Voss. Die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen könnten zum Erfolg führen, urteilte er. "Der TSV ist auf dem besten Weg." Voraussetzung dafür sei allerdings der positive Abschluss der Vergleichsverhandlungen mit den Gläubigern in den nächsten Wochen, betonte Voss.

Den langjährigen, im Frühjahr zurückgetretenen TSV-Vorsitzenden Horst Fabisch könnte die finanzielle Schieflage des Vereins noch teuer zu stehen kommen. Die Versammlung verweigerte dem Vorstand die Entlastung für die vergangenen Haushaltsjahre. Auf Antrag votierte die Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit dafür, ein Vereinsausschlussverfahren gegen Fabisch zu starten. Außerdem stimmten die Mitglieder mit knapper Mehrheit dafür, dass der Vorstand zivilrechtlich gegen Fabisch vorgehen möge, um Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Gescheitert ist dagegen der Antrag, gegen Fabisch zudem noch Strafanzeige zu erstatten. 25 Mitglieder stimmten dafür, 50 dagegen, 85 enthielten sich der Stimme.

Von Andreas Kannegießer

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