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TSV Kirchdorf bittet seine Mitglieder um Hilfe

Kirchdorf TSV Kirchdorf bittet seine Mitglieder um Hilfe

Der von der Insolvenz bedrohte Turn- und Sportverein (TSV) Kirchdorf muss doch mehr Geld aufbringen als zunächst vorgesehen, um die Ansprüche seiner Gläubiger zu erfüllen. Um die fehlende Summe im fünfstelligen Bereich bezahlen zu können, setzt der Vorstand auf Spenden seiner Mitglieder und Freunde, Sponsoren sowie aller sportinteressierten Bürger.

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Der TSV Kirchdorf (im Bild das neue Sportheim) hofft, mit Hilfe seiner Mitglieder die noch immer akute Schuldenkrise bewältigen zu können.

Quelle: Archiv

Kirchdorf. Für den Kirchdorfer Großverein geht es in den nächsten Wochen um alles: Für Freitag, 28. Oktober, 19 Uhr, lädt der TSV seine Mitglieder zu einer Versammlung ins Sportheim auf dem Gelände am Spalterhals ein. Dabei sollen die Jahresabschlüsse der vergangenen beiden Jahre ebenso wie die aktuellen Zahlen präsentiert werden. Im Mittelpunkt wird allerdings das Konzept stehen, wie der TSV die noch immer drohende Insolvenz vermeiden kann. „Wir brauchen dazu positive Signale von den Mitgliedern“, sagt Rechtsanwalt Berthold Kuban, der im Namen des TSV-Vorstandes die Verhandlungen mit den Gläubigern führt.

Fest steht laut Kuban, dass es nicht ohne Beitragserhöhung gehen wird. Außerdem sieht das Zukunftskonzept einen Sonderbeitrag vor, den die Kirchdorfer Sportler einmalig an den Verein überweisen sollen. Der kann allerdings nicht so üppig ausfallen, dass damit die für eine tragfähige Vereinszukunft benötigten Beträge vollständig zu finanzieren wären. „Nicht alle Mitglieder sind leistungsfähig“, sagt Kuban. Darauf will der Vorstand Rücksicht nehmen und setzt nun auf Spenden und freiwillige Unterstützungszahlungen.

Der TSV hatte in den vergangenen Monaten mit seinen Gläubigern eine Vergleichsvereinbarung ausgehandelt. Danach akzeptieren alle Gläubiger eine Zahlungsquote von 13 Prozent ihrer Ursprungsforderung. Bis zuletzt gesträubt hatte sich lediglich der größte Gläubiger – eine Baufirma, die unter anderem die Tennis- und Beachvolleyballplätze auf dem neuen Sportgelände am Spalterhals erstellt hatte. „Jetzt gibt es auch mit dieser Firma eine Einigungsmöglichkeit“, berichtet Kuban. Demnach akzeptiert das Unternehmen für seine 170 000-Euro-Forderung die 13-Prozent-Quote, stellt dafür aber eine Bedingung: Der TSV soll eine Schadensersatzforderung zurückkaufen, die der Verein gegen eine frühere Steuerberaterin wegen Falschberatung geltend gemacht, später aber als Sicherheit an das Bauunternehmen abgetreten hatte. Um die Bedingung erfüllen zu können, benötigt der TSV die zusätzliche mittlere fünfstellige Summe.

Der TSV hat ein anwaltliches Treuhandkonto eingerichtet, auf das ab sofort die dringend benötigten Spenden und Unterstützungsbeträge eingezahlt werden können. Nur wenn das Konzept des TSV greift, wird das Geld tatsächlich an den Verein weitergeleitet. „Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Spenden im Insolvenzfall nicht in die Insolvenzmasse fließen und zurückerstattet werden können“, erläutert Kuban. Das Konto bei der Stadtsparkasse (Empfänger Berthold Kuban) hat die IBAN-Nummer DE35251512700000216549. Der TSV-Vorstand setzt nun darauf, dass bis zur Mitgliederversammlung Ende Oktober schon ein größerer Betrag zusammengekommen ist. „Vieles ist abhängig davon, ob es uns in den nächsten Wochen gelingt, das Konto zu füllen“, betont Kuban.

Erste Zusagen von zumeist altgedienten Mitgliedern, sich mit namhaften Beträgen an der Spendenaktion zugunsten des Vereins zu beteiligen, gibt es nach den Worten von Kuban bereits. Würden diese alle erfüllt, könnte in kurzer Zeit ein fünfstelliger Betrag auf dem Treuhandkonto eingehen, berichtet der TSV-Funktionär. Auch für jeden kleineren Betrag ist der TSV-Vorstand sehr dankbar. So sei bei einem Kirchdorfer Straßenfest ein Betrag von 800 Euro erwirtschaftet worden, bei einer Silberhochzeit seien 600 Euro zugunsten des Vereins zusammengekommen.

Den Kirchdorfer Sportverein drücken insgesamt rund 560.000 Euro Verbindlichkeiten. Etwa 260.000 Euro davon sind nicht im Grundbuch abgesichert. Den größten Teil dieser nicht besicherten Schulden will der TSV mit der mit den Gläubigern ausgehandelten Quotenregelung loswerden. Der Vorstand hat immer wieder betont, dass der Verein nur dann überleben könne, wenn es gelinge, die Schulden auf diese Weise nachhaltig zu reduzieren. Um das Geld für die 13-Prozent-Quote aufbringen zu können, will der TSV nach Kubans Worten den Sonderbeitrag einsetzen, über den die Mitglieder in der Versammlung am 28. Oktober beschließen sollen.

Von Andreas Kannegießer

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