Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
TSV Kirchdorf hat 561 000 Euro Schulden

Barsinghausen TSV Kirchdorf hat 561 000 Euro Schulden

Der geschäftsführende Vorstand des TSV Kirchdorf hat während der außerordentlichen Mitgliederversammlung Zahlen vorgelegt, die für Entsetzen bei den rund 200 Teilnehmern sorgten. 561 000 Euro Schulden lasten auf dem Verein. Besonders schlimm: Knapp 230 000 Euro sind nicht abgesichert.

Voriger Artikel
St. Peter’s Brass Band sorgt für gute Laune
Nächster Artikel
Etat gesichert: Kunstverein besteht 10 Jahre

Mitgliederversammlung TSV Kirchdorf. Rund 200 Teilnehmer sind von dem Schuldenstand entsetzt.

Quelle: Rocktäschel

Kirchdorf. Er habe sich so eine Situation nicht vorstellen können, sagt der stellvertretende Vorsitzende Günter Hoff: „Bitte steht hinter uns. Wir blicken nicht zurück, sondern nach vorn und versuchen, die Insolvenz abzuwenden.“ Dazu müsse das sportliche Angebot attraktiv und zeitgemäß sein und es müsseten neue Mitglieder gewonnen werden. Seit 2011 hat der TSV 400 verloren, zählt nun um die 1100 Mitglieder. Das bedeutet einen jährlichen Einnahmeverlust von 50 000 Euro.
„Wir haben ständig über unserer Verhältnisse gelebt“, sagte Friedrich Wissel jr., der mit Klaus Both, Axel Espey, Walter Kroll, Berthold Kuban und Uwe Menneking in einem Arbeitskreis versucht hat, Klarheit in die Finanzsituation des Vereins zu bringen.
Das war keine leichte Aufgabe. Der TSV hatte in den vergangenen zwei Jahren drei Steuerberater. Zumindest in einem Unternehmen, seien gravierende Fehler gemacht worden. Für den nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Horst Fabisch verbleibenen Vorstand ist die Situation kritisch. Sie kannten die Zahlen nicht, weil diese seit 2014 nicht vorgelegt wurden, sie haften aber dennoch mit ihrem persönlichen Vermögen.
Ein Großteil der Forderungen – vor allem der Banken – sind laut Kuban durch das Vereinsgebäude abgesichert, für das nun ein Wegerecht besteht. Einige Gläubiger, wie die Stadt, der Landessportbund, Rechtsanwälte und Kleingläubiger hätten nach ausführlichen Gesprächen bereits ihre Hilfsbereitschaft zugesagt. „Niemand ist daran interessiert, den Verein untergehen zu lassen, weil dann ein wichtiges Angebot in der Stadt fehlt“, sagte Kuban. Für die 230 000 Euro nicht-abgesicherten Schulden, die der „Verein stemmen muss“ will der Vorstand mit den Gläubigern eine Quote erreichen. „Quote oder im Falle einer Insolvenz nichts, das ist die Alternative“, ergänzte er. Der größte Gläubiger ist die Firma, die das Mehrzweckspielfeld gebaut hatte. Bereits seit 2012 liegt von dieser ein rechtskräftiger Vollstreckungsbescheid über 165 000 Euro vor.
Ein großer Posten sind die jährlichen Kosten für die Börke-Halle. Laut Kuban habe der Vermieter die Bereitschaft signalisiert, die Miete zu senken. Somit könne die Halle möglicherweise gehalten werden. Allerdings müssten die Mitgliedsbeiträge erhöht werden. Friedrich Wissel ist nicht so optimistisch. Er plädierte für die Aufgabe der Halle. Zudem sei die Senkung der laufenden Kosten in allen Bereichen notwendig. Beschlüsse dazu sollen während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Sommer gefasst werden. Dann stehen auch Vorstandswahlen an.

Von Jörg Rocktäschel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6sn8vpq0in6197p3odf0
Adventskonzerte erfreuen die Musikfreunde

Fotostrecke Barsinghausen: Adventskonzerte erfreuen die Musikfreunde

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de