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TSV Kirchdorf hofft weiter auf Einigung mit Gläubigern

Kirchdorf TSV Kirchdorf hofft weiter auf Einigung mit Gläubigern

Der von der Insolvenz bedrohte TSV Kirchdorf hat Erfolge bei den Verhandlungen mit wichtigen Gläubigern zu verzeichnen. Mindestens vier von ihnen haben einer vom Verein angebotenen Zahlungsquote bereits zugestimmt, wie Rechtsanwalt Berthold Kuban berichtet. Verhandelt werde weiterhin mit der Firma, die das neue TSV-Sportgelände am Spalterhals gebaut hat.

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Der TSV Kirchdorf hat mehr als eine halbe Million Euro Schulden. Die Verbindlichkeiten für das neue Sportheim sind im Grundbuch abgesichert. Alle anderen Gläubiger sollen eine Quotenregelung bei der Rückzahlung akzeptieren.

Quelle: Archiv

Kirchdorf. In den Verhandlungen versuchen die TSV-Verantwortlichen, einen erheblichen Forderungsverzicht zu erreichen. Nach einer im Mai vorgelegten Aufstellung drücken den Kirchdorfer Sportverein Verbindlichkeiten von rund 560 000 Euro. Etwa 260 000 Euro davon sind nicht im Grundbuch abgesichert. Den Gläubigern der nicht abgesicherten Schulden hat der TSV angeboten, jeweils gut 13 Prozent der Forderungen im Rahmen einer Quotenregelung zu begleichen. „Im Falle einer Insolvenz bekämen diese Gläubiger gar nichts“, betont Kuban, der als TSV-Mitglied die Verhandlungen führt.

Zu den Gläubigern in diesem Bereich gehören neben der Baufirma die Stadt Barsinghausen, der Landessportbund, eine Bank und die Vermieter der vom TSV genutzten Börke-Halle. Die Verhandlungen mit der Baufirma würden erschwert, weil diese einen Teil ihrer Forderungen gegenüber dem TSV bereits an ein anderes Unternehmen abgetreten habe, erläutert Kuban. „Die Gespräche erfordern Zeit.“ Auch mit einer Rechtsanwaltskanzlei, die den TSV juristisch vertreten habe, gebe es noch keine endgültige Verständigung.

Die Stadt Barsinghausen hat die Quotenregelung angenommen, wie Bürgermeister Marc Lahmann bestätigt. Allerdings steht die Kommune wegen der Aufrechnung früherer Forderungen letztlich deutlich besser da als die übrigen Gläubiger. Die Stadt hatte beim TSV rund 24 000 Euro für Gebäudeschäden nach der Rückgabe des alten, längst nicht mehr genutzten Sportheimes geltend gemacht. Die Forderungssumme hatte sich aber schon im vergangenen Jahr deutlich reduziert, weil die Stadtverwaltung eigene Zahlungsverpflichtungen an den Verein – etwa zur Sportförderung – mit dessen Verbindlichkeiten verrechnet hatte. Für die Stadt läuft die Einigung deshalb nach den Worten von Lahmann und Finanz-Fachdienstleiter Stefan Müller darauf hinaus, dass die Kommune etwa die Hälfte ihrer Ursprungsforderung abschreiben muss. Aus Sicht des Bürgermeisters ist das eine akzeptable Einigung: „Im Vordergrund steht, dass wir den zurzeit größten Verein im Stadtgebiet nicht pleite gehen lassen wollen“, sagt Lahmann.

Noch ist offenbar unklar, ob der TSV Kirchdorf die Börke-Halle als Trainingsstätte langfristig halten kann. Nach Kubans Worten haben deren Eigentümer der Quotenregelung für Altschulden ebenfalls zugestimmt und zugleich eine deutlich reduzierte Miete für den Zeitraum bis Mai 2017 gebilligt. Wie es danach weitergehen könnte, ist noch offen. „Das müssen letztlich die Mitglieder entscheiden“, sagt Kuban. Der Vorstand des Vereins will darum so schnell wie möglich eine Mitgliederversammlung einberufen. „Erst müssen aber die Verhandlungen mit den Gläubigern abgeschlossen sein“, betont der kommissarische TSV-Vorsitzende Günter Hoff.

Von Andreas Kannegießer

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