Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Dem TSV Kirchdorf droht die Insolvenz

Kirchdorf Dem TSV Kirchdorf droht die Insolvenz

Die andauernden finanziellen Probleme haben den TSV Kirchdorf eingeholt: Dem Verein droht die Insolvenz. Der Vorstand hat sich nach einer Sitzung am Dienstagabend selbst eine Frist bis zum 29. April gesetzt. Bis dahin sollen weitere Verhandlungen mit den Gläubigern des Vereins und der Stadt geführt werden. Sollten dann keine Ergebnisse vorliegen, werde "der Insolvenzantrag unverzüglich gestellt", hat der Verein am Mittwochmittag mitgeteilt.

Voriger Artikel
Falkenkeller wird endgültig geschlossen
Nächster Artikel
Lisa und Gerhard Guttzeit feiern Gnadenhochzeit

Das Sportheim des TSV Kirchdorf auf der Sportanlage am Spalterhals. Für den Bau hatte der Verein Verbindlichkeiten aufnehmen müssen, die nun die Handlungsfähigkeit beschränken.

Quelle: Andreas Kannegießer

Kirchdorf. Der TSV Kirchdorf ist mit zuletzt 1134 Mitgliedern der größte Verein im Barsinghäuser Stadtgebiet. Dennoch plagen den TSV seit Jahren erhebliche finanzielle Probleme: Der Verein muss nach dem Neubau der Sportanlage am Spalterhals hohe Verbindlichkeiten bedienen, hat gleichzeitig wegen sinkender Mitgliederzahlen aber deutlich geringere Einnahmen als zum Zeitpunkt der Planung der Einrichtungen. Darüber hinaus hat der TSV hohe Verpflichtungen aus dem Betrieb der sogenannten Börke-Halle am Egestorfer Kirchweg, in der die Tänzer und andere Sparten des Vereins ihre sportliche Heimat haben.

Wegen bilanzieller Überschuldung wollte der Verein laut Vorstandsbeschluss bereits am 15. April den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hameln einreichen. Dem Vernehmen nach hat es nach dem Beschluss aber erhebliche interne Widerstände gegeben, sodass es nun noch einen letzten Aufschub gibt. Vorsitzender Horst Fabisch hat deutlich gemacht, dass eine weitere Verlängerung der Frist nicht möglich sei. Wegen Insolvenzverschleppung drohen den Vorstandsmitgliedern ansonsten rechtliche Konsequenzen bis hin zur persönlichen finanziellen Haftung.

Intern gärt es im TSV, viele Sportler fürchten um den Bestand ihres Vereins. Die Insolvenzordnung sieht die Auflösung eines Vereins vor, sobald vom zuständigen Gericht über den Antrag entschieden und ein förmliches Insolvenzverfahren eröffnet wird. Dem Vernehmen nach gibt es in der Fußballsparte des TSV schon seit Monaten Überlegungen, sich vom TSV zu trennen und einen neuen Verein zu gründen.

Auch die Kritik an Horst Fabisch wird intern immer lauter. Ihm wird angelastet, dass die Sparten viel zu lange keinen Einblick in die bedrohliche finanzielle Situation des Vereins erhalten haben. Noch immer sei nicht klar, wie hoch die Zahlungsverpflichtungen des Vereins tatsächlich seien, heißt es. Dem Vernehmen nach wünschen sich einflussreiche Kreise im TSV einen sofortigen Rückzug des Vorsitzenden, weil dies - so das Kalkül - die Verhandlungen mit den Gläubigern und der Stadt erleichtern könnte. "Kritik gibt's immer", sagt Fabisch dazu. "Aber ich werde in der Krise an der Spitze des Vereins bleiben", bekräftigt er. "Ich bin am besten geeignet. Es gibt keine Alternative."

Der Vorstand um Fabisch verhandelt derzeit über die Auflösung des Mietvertrages für die Börke-Halle. Die Trennung von dieser Sportstätte ist aus Sicht der Vereinsführung nicht zu vermeiden, auch wenn dann die Sparten Tanzen, Kung Fu, Fechten und Tischtennis ihre wichtigste Trainingsstätte verlieren. Lediglich ein Teil der Angebote könnte dem Vernehmen nach ins TSV-Sportheim verlagert werden. Fabisch gibt sich zuversichtlich, dass die laufenden Verhandlungen im Sinne des TSV abgeschlossen werden können. "Ich bin guter Dinge, dass das gelingt", sagt er. Weitere Details will er nicht nennen.

Statt der vom Vorstand geplanten Jahresversammlung am 29. April wird es nach den Worten von Fabisch an diesem Tag nun eine Informationsveranstaltung für die Mitglieder geben. Die formale Hauptversammlung sei für Ende Mai geplant.

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung hat Unterstützung für den TSV Kirchdorf signalisiert. "Wir wollen dazu beitragen, die Insolvenz mit allen Mitteln abzuwenden", sagt Bürgermeister Marc Lahmann. Viel hänge aber von der Gesamtsituation in dem Verein ab, die es zu betrachten gelte. "Es muss eine nachhaltige Lösung geben", fordert Lahmann. Die Entscheidung über städtische Hilfe liege bei den politischen Gremien.

Von Andreas Kannegießer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6snqo7zf9t31iw3exj21
Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Fotostrecke Barsinghausen: Musik verbindet Flüchtlinge und Einheimische

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de