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Urnen fehlen bei der Beisetzung

Barsinghausen Urnen fehlen bei der Beisetzung

Eine Urnenbestattung auf dem Friedhof an der Hannoverschen Straße sollte es werden. Doch anstatt sich von Vater (85) und Bruder (48) verabschieden zu können, standen Mutter und Tochter sowie 20 Angehörige und Freunde vor zwei leeren Löchern. Die Urnen standen noch bei der Stadtverwaltung.

Barsinghausen. „Meine 79-jährige Mutter kann nicht abschließen, sie leidet heute noch darunter, hat das Bild ständig vor Augen“, sagt die Tochter. Der Bruder sei kurz nach dem Vater an Krebs gestorben. Beide sollten am selben Tag, am 29. Juni, beerdigt werden, hatte die Familie beschlossen. Doch dann kam es zu der Situation, die von den Angehörigen als Katastrophe empfunden wird. Am Tag zuvor hatten die Urnen noch bei der Stadt gestanden. „Warum sind die Urnen nicht rechtzeitig zum Friedhof gebracht worden? Erst am Tag danach wurde uns gesagt: ,Die Urnen sind jetzt da, Sie können sich verabschieden‘“, sagt die Tochter.

„Natürlich tut es uns leid, dass es zu dieser Situation gekommen ist“, sagt Bürgermeister Marc Lahmann. Sein Bedauern darüber habe er auch den Angehörigen gegenüber bei einem Gespräch Ende Juli ausgedrückt. Allerdings treffe die Stadt keine Schuld, dass die Urnen nicht auf dem Friedhof gewesen seien, betont Lahmann. Das Bestattungsinstitut aus Leipzig habe die Urnen in einem Paket an das Rathaus geschickt, sie dort aber nicht abgeholt oder abholen lassen. Laut städtischer Friedhofssatzung ist der Bestatter verpflichtet, die Beisetzung vorzunehmen. Die Stadt habe den Bestatter daher direkt nach dem Paketzugang angeschrieben und an diese Pflicht erinnert. Städtische Mitarbeiter seien nicht dafür zuständig, Urnen zum Friedhof zu überführen oder gar beizusetzen, sagt der Bürgermeister. „Und es kann nicht sein, dass Bestatter günstige Preise anbieten, sich dann aber ihrer Pflichten entziehen wollen“, betont er. Der Familie gegenüber habe der Bestatter aus Leipzig offenbar erst nach dem Beisetzungstermin mitgeteilt, dass die Beisetzung nicht in seinem Leistungsspektrum enthalten ist. Offenbar habe dieser Bestatter bewusst darauf gesetzt, dass die Stadt sich schon um die Beisetzung kümmern werde, um Kosten zu sparen beziehungsweise günstige Preise anbieten zu können. „Deshalb ist unsere Empfehlung, immer auf ortsansässige Bestatter zu setzen“, sagt Lahmann. Um künftig ähnliche Vorfälle zu vermeiden, denke die Stadt nun darüber nach, ob sie gegebenenfalls kurzfristig einen anderen Bestatter beauftragen und dies dem Bestatter, der seinen Pflichten nicht nachkommt, in Rechnung stellen kann. „Aber wir prüfen noch, ob das rechtlich geht“, sagt Lahmann.

Von Carsten Fricke und Jörg Rocktäschel

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