Volltextsuche über das Angebot:

18°/ 17° Gewitter

Navigation:
Viele Keramikfunde bei Grabung endteckt

Bantorf Viele Keramikfunde bei Grabung endteckt

Die Grabungen auf dem Gelände der Firma Laverana im Bantorfer Gewerbegebiet Nord sind abgeschlossen. Die Archäologen der Grabungsfirma ArchaeoFirm haben jetzt dem Regionalteam Hannover des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege einen ersten Kurzbericht vorgelegt.

Voriger Artikel
Fliegerhalle soll bald erweitert werden
Nächster Artikel
aha gibt zwei Sammelplätze auf

Schnitt durch eine Abfallgrube der Germanensiedlung mit stark verkohlten Brandresten.

Quelle: ArchaeoFirm

Barsinghausen. Mehr als 1200 archäologisch relevante Befunde wurden von ArchaeoFirm auf der rund drei Hektar großen Fläche entdeckt, sagt Friedrich-Wilhelm Wulf, Regionalteam Hannover. 1000 davon gehören zu zwei großen Bauernhöfen germanischer Siedler. Es sind mehrschiffige Hausgrundrisse mit zahlreichen Nebengebäuden. Die Hofstellen werden auf das Jahrhundert vor und das nach Christus datiert.

Vorrömische Eisenzeit und römische Kaiserzeit nennen die Archäologen den Zeitraum. Die Höfe stammen somit aus der gleichen Zeit, wie die 2011 vor dem Bau des Kaufland-Logistikzentrums entdeckte Siedlung. Dort war das untersuchte Areal sieben Hektar groß. Ob die beiden Höfe gleichzeitig bestanden haben, kann noch nicht gesagt werden. „Die Haltbarkeit der Holz- und Lehmbauten ist nicht sehr lang“, sagt Wulf. Sicher sei allerdings, dass die von Ende Februar bis Anfang Juli untersuchte Siedlung freiwillig aufgegeben worden ist.

„Es gibt keine Hinweise auf kriegerische Auseinandersetzungen oder Feuer“, ergänzt Wulf. Die ganze Fläche sei besiedelt gewesen. Die Archäologen gehen schon seit den Grabungen im Jahr 2011 davon aus, dass die gesamte Siedlung viel größer war als der nun über zehn Hektar große Bereich, der bislang untersucht wurde. „Was heute eine Toplage für Gewerbe ist, war damals eine Toplage für Siedler“, meint Wulf.

Keramikfunde sind von grober Machart

Auf dem Laverna-Gelände sei wie 2011 bei Kaufland jede Menge einfache Keramik gefunden worden. Es handele sich nahezu ausschließlich um Scherben. Es überwiege Keramik gröberer Machart, die sich durch gröbere Magerung, Dickwandigkeit, ungleichmäßige Formgebung und eine unebene, schlecht geglättete Oberfläche auszeichnet. Die Keramik sei also sehr schlecht gebrannt worden.

„Da ist nichts dabei, das ein Archäologenherz höher schlagen lässt“, sagte Friedrich-Wilhelm Wulf vom Landesamt für Denkmalpflege. Der Zustand der Funde auf dem Kaufland-Gelände, ebenfalls einfache Keramik, sei besser gewesen. Wulf vermutet daher, dass es diesmal keine Ausstellung in Barsinghausen geben wird.

Die Befunde werden nun gewertet, beschriftet und sortiert. Das geschieht in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Barsinghausen und dem Landesamt für Denkmalpflege. Anschließend folge eine fachliche Dokumentation der Fotos und Materialien. Ob dies ArchaeoFirm selbst erledige oder Studenten die Chance für eine Masterarbeit erhalten, stehe nicht fest, sagt Wulf.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6q9irzr3wk42hs2bbts
Hunderte kommen zum Public Viewing

Fotostrecke Barsinghausen: Hunderte kommen zum Public Viewing

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de