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Volles Programm für Demenzkranke im Marienstift

Barsinghausen Volles Programm für Demenzkranke im Marienstift

Rosi Richter ist seit zwölf Jahren als Beschäftigungstherapeutin für Demenzkranke im Barsinghäuser Marienstift aktiv. Dort gibt es jeden Tag Betreuungsangebote mit Gedächtnistraining, Gymnastik und Basteln.

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Rosi Richter pflegt zu allen Teilenehmern ein gutes Verhältnis.

Quelle: Johanna Kruse

Barsinghausen. "Was liegt noch unter der Decke?", fragt Rosi Richter und ahmt mit den Händen die Nutzung einer kleinen Mühle nach. "Eine Flotte Lotte", antwortet eine ältere Dame zögerlich, die mit Hut und Wollsocken in ihrem Rollstuhl sitzt. Um sie herum sitzen etwa 15 weitere Senioren im Kreis und genießen die Vormittagssonne. Sie alle sind Bewohner des Marienstifts. Und sie sind alle demenzkrank. Jeden Mittwoch treffen sie sich zum Gedächtnistraining.

"Heute habe ich diverse Haushaltsgeräte mitgebracht, die ich den Demenzkranken erst gezeigt und sie dann unter eine Decke gelegt habe. Etwas später sollen sie dann aus der Erinnerung erzählen, was darunter ist", erklärt Richter, die sich dreimal in der Woche mit der Gruppe beschäftigt. Montags machen sie gemeinsam Gymnastik, dienstags wird gebastelt und gemalt, und mittwochs steht das Gedächtnistraining auf dem Plan. Dafür bringt Richter regelmäßig verschiedene Gegenstände aus ihrem Alltag mit - Blumen aus dem Garten, Dinge aus Küche und Bad oder Stofftiere.

Seit zwölf Jahren arbeitet die 72-Jährige als Beschäftigungstherapeutin für die Demenzkranken im Marienstift. Angefangen hatte alles damit, dass sie einen dementen Bewohner regelmäßig besucht hat. Damals arbeitete Richter ehrenamtlich beim Hospizdienst und begleitete dessen Frau. "Ihn habe ich quasi mitbetreut. Als seine Frau verstarb, konnte ich nicht einfach damit aufhören, und bin immer weiter hingegangen", berichtet sie. Daraus entwickelte sich rasch die Aufgabe, in der sie bis heute arbeitet. Neben Richter gibt es fünf weitere Betreuer, die sich mit den etwa 40 Bewohnern regelmäßig beschäftigen. "Es wird gekegelt, Musik gemacht und gesungen. Jeden Tag gibt es hier ein volles Programm", erzählt die Rentnerin. 

Von den Teilnehmern ihrer Gruppe kennt Richter jeden einzelnen. "Früher musste mir noch jeder am Anfang der Stunde seinen Namen sagen. Heute muss ich ich die Namen sagen und es wird akribisch darauf geachtet, dass ich nichts Falsches sage", erzählt Richter lächelnd. Daher nimmt es die Betreuerin auch emotional mit, wenn Senioren aus der Gruppe versterben. "Ich nehme dann meist noch mal persönlich Abschied. Mittlerweile sind wir schließlich alle zu einer Familie geworden", sagt sie.

Bei der letzten Raterunde geht es um Vornamen, die mit L beginnen. Eifrig werden Liese, Lotte, Leopold, Luise und Lutz in den Raum geworfen, bevor Richter das heutige Abschlusslied, "Auf einem Baum ein Kuckuck saß", anstimmt und alle mit einsteigen. "Besonders Volks- und traditionelle Kinderlieder kommen gut an", erklärt Richter. "Wenn ich dann nach der Stunde auf dem Gang höre, dass die Lieder immer noch gesungen oder gesummt werden, bin ich immer froh, dass es funktioniert hat - dass ich die Leute erreicht habe."

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Von Johanna Kruse

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