Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Mittelpunkt wurde vor 20 Jahren ermittelt

Barsinghausen Mittelpunkt wurde vor 20 Jahren ermittelt

Die Geschichte des Geografischen Mittelpunkts Barsinghausens ist eine Geschichte von Zufällen und zugleich ein Beispiel dafür, wie man mit einer guten Idee und etwas Engagement einen Ort dauerhaft aufwerten kann. In diesem Jahr feiert dieser geografische Mittelpunkt seinen 20. Geburtstag.

Voriger Artikel
So feiern Tausende beim Stadtfest in Barsinghausen
Nächster Artikel
Hoffnungsgemeinde betreut iranische Christen

Vor 20 Jahren ließ Udo Mientus den geografischen Mittelpunkt Barsinghausens ermitteln

Quelle: Mirko Haendel

Barsinghausen. „Es muss irgendwann in den 70er- oder 80er-Jahren gewesen sein“, sagt Udo Mientus. Der 74-jährige Barsinghäuser muss schmunzeln. „Ich war im bayerischen Kipfenberg im Urlaub. Dort besuchte ich den geografischen Mittelpunkt Bayerns und war beeindruckt von der Idee. Das wollte ich auch für Barsinghausen haben, wusste aber nicht wie ich das anstellen sollte.“ Die Jahre zogen ins Land, Mientus wurde 1986 für die SPD in den Landtag Niedersachsens gewählt, der Wunsch nach einem eigenen geografischen Mittelpunkt schlummerte weiter in seinem Kopf. Noch einmal zehn Jahre sollte es dauern, bis sich ihm die Chance bot. Im Landtagsgebäude fand 1996 eine Ausstellung der Katasterverwaltung statt. „Die haben gezeigt, was sie alles können, und zufällig arbeitete bei denen auch ein Kirchdorfer“, erinnert sich Mientus. Diesen habe er gefragt, ob das Katasteramt nicht den Mittelpunkt für Barsinghausen ermitteln könne. Wenige Wochen später erhielt er ein erstes Ergebnis. Der geografische Mittelpunkt liege nahe eines Feldweges am Esseler Hof bei Landringhausen.

Doch dort, unweit des Reitwiesengrabens, ist nur wenig zu finden – schon gar nicht der geografische Mittelpunkt. „Die haben sich einfach vermessen“, sagt Mientus und muss lachen. Wenige Wochen später kam die Korrektur, und nun fand sich der Punkt nord-westlich der Grimsmühle auf einem Feld am Müllerweg. Doch auch dort ist heute kein Hinweis auf den geografischen Mittelpunkt zu finden. „Er lag etwas ungünstig mitten auf dem Feld, doch etwa einhundert Meter weiter fand ich einen Platz, der deutlich besser zu erreichen ist“, sagt Mientus. Er wählte eine Kreuzung, an der Schwarze Weg, der Drei-Weiden-Weg und der Müllerweg aufeinandertreffen. Beim Besitzer des Landes, dem Realverband Großgoltern, besorgte sich Mientus die Erlaubnis auf einer kleinen Wiese am Rande der Kreuzung einen Stamm aufzustellen, an dem er ein Schild anbrachte – auf eigene Kosten. Die Inschrift lautet seitdem „Geografischer Mittelpunkt der Stadt Barsinghausen“. Eine Plakette mit den Koordinaten 52° 10‘ 31“ Nord 09° 28‘ 57“ Ost komplettiert die Informationen. Anschließend stellte er zusammen mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Horst Schild noch eine Sitzbank auf.

Der Ort scheint klug gewählt. Bei gutem Wetter passieren unzählige Ausflügler die Kreuzung. Die Feldwege zwischen dem altem Weghaus an der L 392 und der Informationstafel zum Deisterkohlepfad („Schacht IV“) an der K 241 unterhalb des Umspannwerks sowie dem Gänsefußweg und Müllerweg als kürzeste Verbindung zwischen Kernstadt und Goltern locken seit ihrer Sanierung Radfahrer, Inliner und Wanderer. Viele von ihnen legen am geografischen Mittelpunkt eine Rast ein – auch, weil der Platz sukzessive an Attraktivität gewann. Im Jahr 2007 errichtete der Realverband hier einen Gedenkstein anlässlich der im selben Jahr beendeten Flurneuordnung landwirtschaftlicher Flächen. 2011 errichteten Mitarbeiter der Barsinghäuser Beschäftigungsinitiative  eine Schutzhütte an der Kreuzung – finanziert von der Stadt, der Stadtsparkasse und den Stadtwerken. „Ich hätte damals nicht gedacht, dass sich die Geschichte mit dem geografischen Mittelpunkt so entwickeln würde“, gibt Mientus zu. Es war wohl einfach eine gute Idee.

doc6wfbeewk8kkmg8g7ov

Fotostrecke Barsinghausen: Mittelpunkt wurde vor 20 Jahren ermittelt

Zur Bildergalerie

Von Mirko Haendel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten

Bereits zum fünften Mal hat der Lions-Club für das Calenberger Land einen Adventskalender aufgelegt. Jeden Tag werden Preise vergeben im Gesamtwert von fast 10.000 Euro. Hier finden Sie täglich alle Gewinner. mehr

doc6xkg5l1pgbb118xf9jm9
Schüler freuen sich über das neue Spielhaus

Fotostrecke Barsinghausen: Schüler freuen sich über das neue Spielhaus

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Lisa Malecha:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: lisa.malecha@haz.de