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Wasserwerk Eckerde: Entscheidung über Neubau ist verschoben

Eckerde Wasserwerk Eckerde: Entscheidung über Neubau ist verschoben

Die Entscheidung über einen möglichen Neubau des Grundwasserwerks Eckerde ist verschoben worden. Der Aufsichtsrat der Barsinghäuser Stadtwerke hat am Montagabend nicht wie geplant abgestimmt, weil ein von dem Unternehmen beauftragter technischer Gutachter nicht an der Sitzung teilnehmen konnte. Beschließen wird nun wohl erst der nach der Kommunalwahl neu zu besetzende Stadtwerke-Aufsichtsrat.

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Wassermeister Heiko Bartling überwacht im Leitstand des Grundwasserwerks Eckerde den Betrieb der Anlage.

Quelle: Andreas Kannegießer

Eckerde. Derzeit stehen für die Stadtwerke offenbar vier Handlungsalternativen zur Wahl. Dazu gehört die Grundsanierung des maroden Eckerder Wasserwerks im Bestand, außerdem der komplette Neubau des Werks auf einem Nachbargrundstück. Zudem kommt eine Kooperation mit dem Wasserverband Garbsen-Neustadt bei der Wasseraufbereitung in Frage. Die vierte Variante ist der Verzicht auf eigene Wasserförderung, verbunden mit dem ausschließlichen Bezug von Harzwasser.

Der von den Stadtwerke-Verantwortlichen eigentlich favorisierte Werksneubau würde nach den Worten des Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzenden Dirk Härdrich „deutlich mehr als fünf Millionen Euro“ kosten. „Wir hätten gerne entschieden“, sagt Härdrich. In dem Gremium werden schon seit mehr als drei Jahren Pläne diskutiert, wie die Wasserversorgung am Deister noch sicherer gestaltet werden kann. Deshalb wollte der scheidende Aufsichtsrat eigentlich selbst noch vor dem Ende der Kommunalwahlperiode den Weg in die Zukunft weisen. Aber noch seien zu viele Detailfragen offen, sagt Härdrich. Die von dem beauftragten Ingenieur gelieferte Vorlage sei erläuterungsbedürftig. Das Papier sei in der vergangenen Woche eingegangen. Eine aufwendige Prüfung sei nötig. „Wir haben dazu Fragen gesammelt, die erst beantwortet werden müssen“, erläutert Härdrich. Aus seiner Sicht ist die Verzögerung bei der Grundsatzentscheidung über die Zukunft der Wasserversorgung „kein Beinbruch“. Es müsse das Prinzip „Sorgfalt vor Schnelligkeit“ gelten.

Bei der Diskussion über die Zukunft der Wasserversorgung soll die Entscheidung vor allem nach Kriterien der Versorgungssicherheit getroffen werden. Bei allen Varianten müsse sichergestellt sein, dass auch in Jahrzehnten noch genug Trinkwasser zur Verfügung stehe, sagt Härdrich. Das 1964 gebaute Eckerder Grundwasserwerk genügt seit Jahren den Anforderungen an eine moderne Trinkwasserversorgung nur noch knapp. Die Speicherkapazitäten sind zu knapp bemessen. Vor allem an heißen Tagen mit hohem Verbrauch stehen mitunter nur geringe Reserven zur Verfügung, wie Wassermeister Heiko Bartling erläutert. „Außerdem steigt der Reparaturaufwand ständig, und Ersatzteile sind kaum noch zu bekommen“, sagt Härdrich. Bei einem vollständigen Neubau des Wasserwerks käme als Standort ein unmittelbar benachbartes Grundstück in Frage, das den Stadtwerken gehört. „Wir favorisieren weiterhin die eigene Herstellung von Wasser“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller.

Bei anderen Handlungsvarianten wie etwa dem ausschließlichen Bezug von Harzwasser würden sich die Stadtwerke dagegen von anderen Versorgungsunternehmen abhängig machen. Nach Härdrichs Worten soll auf jeden Fall auch die Möglichkeit einer Kooperation mit dem Wasserverband Garbsen-Neustadt bei der Wasserförderung und -aufbereitung geprüft werden. Das benachbarte Versorgungsunternehmen betreibt wenige Kilometer nördlich von Eckerde sein Grundwasserwerk Forst Esloh. Wie auch immer in den nächsten Monaten diskutiert wird – „die Entscheidung sollte in absehbarer Zeit fallen“, fordert Härdrich. Bei einem etwaigen Neubau des Wasserwerks schätzt er den Zeitraum zwischen Entscheidung und der Eröffnung der Anlage auf immerhin fünf Jahre. Immer im Blick behalten wollen Geschäftsführung und Aufsichtsrat angesichts der notwendigen Millioneninvestitionen die jeweiligen Auswirkungen auf den Wasserpreis. „Der sollte nicht zu sehr steigen“, betont Aufsichtsratsvorsitzender Härdrich.

Von Andreas Kannegießer

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