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Weitere Stolpersteine erinnern bald an NS-Opfer

Barsinghausen Weitere Stolpersteine erinnern bald an NS-Opfer

Die Stadt Barsinghausen und die Siegfried-Lehmann-Stiftung werden in den nächsten Wochen weitere Stolpersteine im Stadtgebiet zur Erinnerung an Barsinghäuser Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft verlegen. Erstmals wird dabei auch der Barsinghäuser Opfer des sogenannten Euthanasie-Mordprogramms der Nazis gedacht.

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Reinhard Dunkel (von links), Eckard Steigerwald und Erster Stadtrat Thomas Wolf inspizieren einige vor Jahren vor dem Haus Marktstraße 6 verlegte Stolpersteine, die dort an die früheren jüdischen Bewohner erinnern.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Bisher sind im Stadtgebiet insgesamt 45 sogenannte Stolpersteine aus Messing im Straßenpflaster vor den früheren Wohnhäusern der Opfer verlegt worden. In die Stolpersteine sind die Namen und die Lebens- und Sterbedaten der Betroffenen eingraviert. Von den 45 bisher gewürdigten Barsinghäuser Opfern waren 44 jüdischen Glaubens, eine Person war von den NS-Machthabern als "Asozialer" abqualifiziert worden.

Nun kommen sieben Stolpersteine hinzu. Am Dienstag, 12. September, kommt dazu zur Verlegung von fünf neuen Steinen der Künstler Gunter Demnig nach Barsinghausen. Er hatte vor rund 25 Jahren die Idee zu dieser Form des Gedenkens an NS-Opfer. Demnig und seine Mitstreiter haben seitdem rund 63.000 Stolpersteine verlegt, davon befinden sich 53.000 in Deutschland. Am Dienstag um 13 Uhr wird Demnig vor dem Haus Schwarzenknechtstraße 16 einen Stolperstein für Frida Menge verlegen, gegen 13.40 Uhr zwei Steine für Herbert und Leonhard Herzberg in der Osterstraße 13 und gegen 14.10 Uhr einen Stein für Arnold Dünte vor dem Gebäude Osterstraße 6. Der letzte Stein, der am Dienstag ab etwa 14.40 Uhr verlegt wird, ist Wilma Meyer vor dem Haus Wilhelm-Heß-Straße 21 gewidmet. Mit von der Partie ist auch eine Schulklasse der Goetheschule. Die Zehntklässler haben sich in den vergangenen Monaten intensiv mit den Opferbiographien beschäftigt und werden diese vorstellen.

Mitarbeiter des Baubetriebshofes und der Siegfried-Lehmann-Stiftung werden die beiden weiteren Stolpersteine verlegen: am Donnerstag, 21. September, um 15.30 Uhr in der Heinrich-Poppe-Straße 7 in Kirchdorf für Friedrich Krause und am Dienstag, 26. September, ebenfalls ab 15.30 Uhr in der Beekestraße 3 in Landringhausen zur Erinnerung an Friedrich Meyer.

Der Erste Stadtrat Thomas Wolf lobt die Stolperstein-Aktion als gelungene Form der Erinnerung, "weil das Gedenken nicht nur personifiziert, sondern auch verortet wird". Wolf würdigt zugleich die Arbeit der Barsinghäuser Siegfried-Lehmann-Stiftung, die sich maßgeblich darum gekümmert hat, die Biographien der Barsinghäuser NS-Opfer zu recherchieren und die Stolpersteinverlegungen zu organisieren.

Nach den Worten des stellvertretenden Stiftungsvorsitzenden und ehemaligen Stadtarchivars Eckard Steigerwald sind die ersten Stolpersteine in Barsinghausen im Jahr 2006 verlegt worden. "Auch damals war Gunter Demnig dabei", erinnert sich Steigerwald. Auch er empfindet die Stolpersteine als besonders gelungene Form der Erinnerung an NS-Opfer: "Das Denkmal befindet sich unmittelbar da, wo die Personen gelebt haben", sagt er. Der ebenfalls in der Stiftung aktive Reinhard Dunkel berichtet, dass es durchaus eine Diskussion darüber gegeben habe, ob mit den Stolpersteinen nur der jüdischen Opfer gedacht werden oder der Kreis erweitert werden solle. Letztlich sei die Entscheidung gefallen, auch für andere NS-Opfer Stolpersteine zu verlegen. Erster Stadtrat Wolf hält das für richtig: "Das Unrecht, das die Menschen erlitten haben, ist das Gleiche", sagt er.  

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Reinhard Dunkel (von links), Eckard Steigerwald und Erster Stadtrat Thomas Wolf inspizieren einige vor Jahren vor dem Haus Marktstraße 6 verlegte Stolpersteine, die dort an die früheren jüdischen Bewohner erinnern.

Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

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