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Wildkatze streift durchs Revier

Barsinghausen Wildkatze streift durchs Revier

Im Wald zwischen Ostermunzel und Dedensen sind wieder regelmäßig Wildkatzen unterwegs. Jagdpächter Andree Ballin hat Fotofallen aufgestellt. Mehrfach sind nachts Wildkatzen durchs Bild gelaufen, die jüngste Aufnahme entstand Mitte April.

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Diese Wildkatze ist bei Ostermunzel in eine Falle gegangen. Die Katze ist längst wieder frei, die Fallen sind nach dem überraschenden Fang abgebaut worden.

Quelle: Andree Ballin

Ostermunzel. Im Deister ist die nach europäischen Richtlinien streng geschützte Tierart (Felis silvestris silvestris) sicher nachgewiesen. „Hier im Jagdrevier hatten wir die vorletzte Sichtung 1972“, berichtet Ballin. Er ist aber überzeugt, dass sie in seinem Revier schon seit 2009 vorkommt. Spuren, Haare hat er seitdem immer wieder gefunden – und schließlich auch eine Wildkatze. Die saß in einer der Fallen, die Ballin eigentlich für streunende Hauskatzen aufgestellt hatte.
„Wildkatzen sind sehr scheu, sind fast nur nachts unterwegs, und sie haben ein sehr großes Streifgebiet“, weiß der Jäger. 40 Kilometer im Durchmesser können es sein. Die Fallen hat Ballin längst abgebaut, die Katze damals wieder laufen lassen. Allerdings wollte er sich zuvor versichern, dass er es nicht mit einem so genannten Hybriden zu tun hatte, einer Mischung zwischen Haus- und Wildkatze. Es war eine Wildkatze, wurde ihm von Fachleuten bestätigt.
Im Deister gilt der Bestand der Wildkatzen als gesichert. Das hat ein Ende 1013 abgeschlossenes Wildtiermonitoring der Region Hannover und des Instituts für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover ergeben. Dabei wurde auch festgestellt, dass die seltenen Tiere den Fahrradtunnel am Steinkrug oder den Amphibientunnel in Höhe von Springe-Sedemünder für ihre Wanderungen nutzen. Durchlässe sind für die Katzen wichtig, denn es sind zum Beispiel im Bereich der Bundesstraße 217 zwischen Steinkrug und Bad Münder-Hachmühlen etliche Wildkatzen überfahren worden.
Dass sie nun auch sicher in seinem Revier streifen, erfreut Ballin. Allerdings liegt sein Jagdrevier genau dort, wo die geplante ICE-Trasse verlaufen soll, die Teil des kombinierten Neu- und Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld ist. Für Wildkatzen eine tödliche Falle.

Von Jörg Rocktäschel

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