Lehrte. Die Stadt will in diesem Jahr nicht nur Fahrbahn und Fußwege an der Stackmannstraße grundlegend erneuern, sondern auch marode Abwasser- und Regenwasserkanäle beseitigen. Diese stammen aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Viele der Linden seien direkt auf die Leitungen gepflanzt worden, vermutlich vier oder fünf Jahre nach dem Kanalbau, sagt die Stadt.
Mittlerweile sei das Wurzelwerk tief in die alten Rohre eingedrungen, erklärte Markus Baumgarten vom Amt für Straßen und Verkehr am Dienstagabend im Umweltausschuss des Rates. Es sei an manchen Stellen nicht einmal mehr möglich, eine Kamera durch die Rohre fahren zu lassen.
Volker Kemmling vom Grünflächenamt versicherte, dass man sich um die Bäume viele Gedanken gemacht habe. „Wir haben alle Varianten durchgespielt. Aber es hilft nichts“, sagte er. So wäre es zwar möglich, einige der Bäume quasi zu unterhöhlen. Aber auch bei diesem „höchsten technischen Aufwand“ müssten die Linden auf rund fünf Meter Höhe gekappt werden. Anschließend gebe es keine Garantie, dass sie wieder ausschlagen. Und die zum Teil von den Anliegern zu tragenden Kosten wären enorm.
Auch ein Umbau der Stackmannstraße zur Einbahnstraße mit schmaler Fahrbahn helfe nicht: Die Kanäle müssten auf jeden Fall beseitigt werden. Im Übrigen hätten die Bäume aufgrund von Umwelteinflüssen und Streusalz so stark gelitten, dass sie „wohl kaum 100 Jahre alt werden“.
Als Ersatz sollen laut Stadt neue Linden gesetzt werden – eine Zuchtform, die maximal 18 Meter hoch werde, damit weniger Schatten auf die Grundstücke werfe und weniger Sekret absondere. Mehrere Anwohner verfolgten die Ausschusssitzung. Von ihnen gab es keinen vernehmbaren Protest gegen die Fällung, wohl aber die Frage, was mit dem Holz passiere. Sie hätten dafür Verwendung.
Achim Gückel
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