Seit Dienstag vergangener Woche hat so mancher Passant, der den Bahnhofstunnel benutzen wollte, geschimpft. Statt bequem mit der Rolltreppe zu fahren, musste er die steile Treppe auf der Seite der Bahnhofstraße nutzen. Die Rolltreppe selbst ist mit einem hohen Zaun abgesperrt, der noch dazu eine der Fahrradrinnen blockiert. Techniker arbeiteten in den vergangenen Tagen intensiv an dem mittlerweile 27 Jahre alten Laufband, das eigentlich alltäglich Tausende von Menschen transportieren soll.
Nach Angaben des städtischen Pressesprechers Fabian Nolting hat ein ebenso ungewöhnlicher wie folgenschwerer technischer Defekt die Treppe außer Betrieb gesetzt. In der Mechanik hatte sich ein Stahlbolzen gelöst. Das verbogene Metallteil ist in die Kette der 70 Treppenstufen geraten und hat nach und nach jede einzelne davon stark beschädigt. Dann erst schaltete sich das Laufband ab – nichts bewegte sich mehr.
Wie lange dieser Zustand andauern wird, ist laut Nolting derzeit kaum abzuschätzen. „Das ist ein wirklich schwerer technischer Defekt“, sagte er gestern. Einige Wochen werde die Treppe aber mindestens noch stillstehen. Mehr noch: Experten sollen nun untersuchen, ob es sich überhaupt noch lohnen würde, die Rolltreppe zu reparieren. Die Lebenserwartung einer so stark genutzten Treppe wie jener am Bahnhofstunnel betrage 20 Jahre, sagte Nolting.
Ob sich die Stadt Lehrte bei der zurzeit sehr schlechten Haushaltslage eine neue Rolltreppe leisten kann, ist unklar. Das moderne Rollband, das vor fast zwei Jahren am Eingang des Tunnels auf der Seite des Neuen Zentrums installiert wurde, kostete immerhin 250.000 Euro. An der Bahnhofstraße steht als Alternative zur defekten Treppe noch ein Aufzug zur Verfügung.
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