Lehrte. Der Bebauungsplan hätte zwischen der Parkplatzgrenze des Baumarkts und dem Wasserturm auch eine Filiale der sogenannten Systemgastronomie wie beispielsweise Burger King oder Pizza Hut zugelassen - eine Vorstellung, die den Politikern bereits bei der Diskussion um den Bau des Obi-Markts Bauchschmerzen bereitet hatte. Sie befürchteten dadurch eine Verschandelung der Freifläche am Fuß des historischen Turms.
Diese Sorge dürften sie Ende dieser Woche los sein. Die Stadtwerke als Besitzer des mehr als 100 Jahre alten Wasserturms wollen der Investorenfirma HBB ein etwa 680 Quadratmeter großes Areal rund um das Gebäude abkaufen. Er rechne damit, dass der Aufsichtsrat dem Vorhaben am Donnerstag zustimme, sagt Stadtwerke-Chef Rainer Eberth.
Grund für die bereits seit Langem gehegten Kaufpläne ist eine skurrile Situation. Den Stadtwerken gehört lediglich die kleine Grundfläche unter dem Turm selbst, der Zugang zu dem Gebäude führt über fremdes Gelände. Dieses könne derzeit auf Duldungsbasis überquert werden. „Wenn wir das umgebende Gelände kaufen, brauchen wir aber keinen mehr zu fragen, ob wir zu unserem eigenen Turm können oder dort etwas veranstalten dürfen“, erklärt Eberth. Auch das Fest zum 100-jährigen Bestehen des Wasserturms im Juni 2012 habe man erst absprechen müssen.
Was der geplante Flächenerwerb die Stadtwerke kosten wird, ließ Eberth offen. Es handelt sich nach seinen Worten um einen „ortsüblichen Preis, der gut im Rahmen liegt.“ Pläne, nach dem Kauf der Fläche am Fuß des Turms selbst ein gastronomisches Angebot zu machen, hegt der Energieversorger indessen nicht. „Das ist nicht unsere Profession, andere können das besser“, sagt Eberth nüchtern. Falls sich jedoch eines Tages ein Investor für ein solches Vorhaben melde, dann seien die Stadtwerke sicher offen hierfür. In jedem Fall müssten etwaige Vorschläge mit dem Erscheinungsbild des Wasserturms abgestimmt werden, betonte der Stadtwerke-Chef.
Ein weitaus größeres Grundstücksgeschäft haben die Stadtwerke vor Kurzem mit dem Kauf des alten E-Werks an der Germa-niastraße samt einem 11000 Quadratmeter großen Areal geschlossen. Das wachsende Unternehmen will seinen Sitz an der Manskestraße bis 2015 komplett dorthin verlagern und einen Neubau beziehen.
Renate Brämer
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