SPD-Fraktionsvorsitzender Ahrens: „Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft zusammenarbeiten können."
Das rot-grüne Ratsbündnis in Lehrte ist damit nach nur dreijähriger Zusammenarbeit zerbrochen. In der Ratssitzung war ein Grundsatzbeschluss gefasst worden, einen 4200 Quadratmeter großen Obi-Baumarkt mit angegliedertem Gartenmarkt mit 2600 Quadratmetern Fläche anzusiedeln. Über die Detailplanungen muss der Lehrter Rat in den kommenden Monaten weiter verhandeln.
Auch innerhalb der SPD hatte es Meinungsverschiedenheiten über die Ansiedlungspläne des Lübecker Investors HBB gegeben. Zwölf von 17 SPD-Mitgliedern stimmten schließlich für den Baumarkt. Fraktionschef Ahrens wertete es als Chance, dass ein Investor in diesen Zeiten überhaupt Millionenbeträge investiert, während sein Parteikollege Klaus Sidortschuk gefordert hatte, „HBB nach Hause zu schicken“, weil dessen Pläne schon mehrmals abgelehnt worden waren.
Ronald Schütz, grüner Fraktionschef, argumentierte, dass den Gewerbebetrieben in Lehrtes Innenstadt durch den Baumarkt Konkurrenz drohe. Schließlich hatten 25 von 38 anwesenden Ratsmitgliedern in einer freien Abstimmung für das Bauvorhaben votiert. „Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft zusammenarbeiten können“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Ahrens und verwies auf gemeinsame Positionen mit den Grünen. „Wir haben drei Jahre gut zusammengearbeitet und sind gerade als fahrradfreundlichste Kommune Niedersachsens auszeichnet worden.“ Der ehemals grüne Partner klingt weniger optimistisch. „Es wird mit wechselnden Mehrheiten weitergehen. Wir werden uns an den Sachthemen orientieren und schauen, welche Entscheidungen wir mittragen können“, kündigte Schütz an.
Im hannoverschen Rat arbeitet eine rot-grüne Mehrheit seit fast 20 Jahren zusammen. Zwar gab es immer wieder strittige Themen wie die Zustimmung zur Expo 2000, doch zu einem Bruch wie jetzt in Lehrte ist es in der Landeshauptstadt noch nie gekommen.
von Veronika Thomas und Thomas Böger
Kommentare
Bei der Wahrheit bleiben D. Karg – 20.07.09
Sehr geehrter Herr Goronczy,ich kann Ihre Einschätzung insofern teilen, als dass es schwierig sein dürfte, für die C-Fläche eine Alternative zu finden. Auch teile ich die Auffassung, dass Schlittschuhfahren im Winter allein als Konzept nicht genügt und Luftschlösser wie bei der A-Fläche Planung unangebracht sind. Den zahlreichen Arbeitskreisen wurde damals sicherlich zu viel Hoffnung gemacht und es tut mir leid für alle, die viel Zeit und Energie dafür aufgebracht haben.
Daraus nun aber zu schließen, dass für das C-Gelände keine Alternativen bestehen, ist ein Trugschluss. Sie haben die Argumentation der Befürworter komplett übernommen und dabei außer Acht gelassen, dass erstens eine Alternativplanung natürlich ebenfalls keinen Einzelhandel (incl. Verkehr) zulassen sollte und zweitens genau deshalb dort Gewerbe vorgesehen ist. Wie sie hoffentlich der lokalen Presse entnehmen konnten, ist in den letzten 5-6 Jahren aber niemand diesbezüglich aktiv geworden, weil die HBB als Exklusivvermarkter nicht in diesem Segment arbeitet.
Nun also zu dem Schluss zu kommen, dass es keine Interessenten gibt und wir alle dankbar für den Notnagel HBB / OBI sein sollten, halte ich für einigermaßen verwegen.
Abgesehen davon teile ich ausdrücklich nicht die Einschätzung, dass ein Baumarkt in Burgdorf größeren Einfluss auf Lehrtes Einzelhandel hätte als die bereits bestehenden Baumärkte in Peine, Laatzen oder Altwarmbüchen jetzt schon. Und wenn dazu noch berücksichtigt wird, dass die Arbeitnehmer- und Steuerstatistiken für Lehrte eine rot-schwarze Null ergeben werden, dann sehe ich mehr Nachteile als Vorteile.
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Ansiedlung eines OBI- Marktes in Lehrte D. Schönfeld – 07.07.09
Ich sehe weder Bedarf, noch Sinn in der Ansiedlung eines derartigen Gewerbeobjektes, denn Lehrte verfügt bereits über 2 Baumärkte, einen Baustoffhändler (gleich neben der geplanten Fläche) und 1 Futterhandel (ebenfalls in unmittelbarer Nähe). Es wäre aus meiner Sicht sinnvoller die Kaufkraft zu erhöhen, indem man Reihenhaussiedlungen oder ähnliches dort entstehen lässt. Das Argument, man könne dort nicht wohnen lasse ich nicht gelten, ich selbst habe ca. 10Jahre als direkter Nachbar der Zuckerfabrik (Rübenkampagne bis spät in die Nacht) und an der Bahntrasse gewohnt. Es gäbe eine Fülle von Möglichkeiten um dort die nötige Ruhe zu erzeugen. Schallschutz an dem kurzen Stück des Bahndammes, Pfingstanger wieder öffnen und Germania Str. und Pfingstanger Verkehrsberuhigen, dies hätte eventuell auch den positiven Nebeneffekt, das der „neue“ Kreisel am E-Center nicht immer verstopft wäre. Es gibt ja auch noch die Straßenverbindung durch die Unterführung und das alte Dorf.Lehrte verfügt über ca. (schnell gezählt) 8 Supermärkte, 12 KFZ- Werkstätten und soll nun auch noch 4 Baumärkte/ Baustoffhändler bekommen, wer soll denn da einkaufen? Falls der OBI- Markt lediglich als Filialbetrieb geführt wird, wo gingen denn dann die Abgaben hin? Nach Lehrte?? Irgendein Unternehmen macht immer in der nächsten Stadt auf und Kunden könnten dann dort einkaufen, ist das ein Argument, um ein Städtisches „Filetstück“ an einen Baumarkt zu vergeuden? Macht es Sinn, von oben betrachtet, eine Einkaufsfläche, dann einen nagelneuen Park und dann wieder Parkflächen mit einer Einkaufsfläche zu planen? Ich gehe also zu EDEKA, setze mich dann wieder ins Auto, parke 100m um und kaufe mir dann ne Gipskartonplatte! Wer plant denn so was?? Wenn schon unbedingt OBI, was ist denn mit dem Gelände/ Gebäude von ehem. Fa. Richter und Frenzel? Sollen dazu noch mehr leer stehende Gebäude kommen: Treude, Hagebau…
Wer hält die Gebäude in Schuss, wenn das Zentrum weiter aus der Mitte von Lehrte verlagert wird und die ersten Geschäfte im „Neuen Zentrum“ leer stehen? Celle hat bereits viele Geschäfte aus dem Stadtkern ins Randgebiet verlagert und die Folge ist eine Verödung der Innenstadt! Dort gibt es keine Mittel, um die Gebäude in Stand zu halten! Ich fände es schade, ein Gelände in unmittelbarer Nähe eines Sportplatzes, Schwimmbades und zwei Parks als Baumarktgelände zu verschwenden! Vielleicht konnte ich den einen, oder anderen Denkanstoss geben.
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Baumarkt – Realität betrachten Willy Goronczy, Lehrte HAZ-Abonent – 05.07.09
Die Diskussion um den Baumarkt sollte versachlicht und die Realität betrachtet werden. Ich sehe zwar in Lehrte auch keinen Bedarf für einen weiteren Baumarkt, etwas anderes wäre sicherlich schöner, doch was gibt es für Alternativen? Luftschlösser die nicht finanzierbar sind helfen bei der Stadtentwicklung nicht weiter.Vor der Entwicklung der A-Fläche (Zuckereinkaufszentrum) wurden die Bürger in die Planungen einbezogen. Es wurden tolle Ideen entwickelt und „Traumschlösser“ geplant, an denen ich anfangs auch mitwirkte, bis ich erkannte, dass sie sich nicht finanzieren lassen. Die Stadt hat kein Geld dafür und Investoren wollen Rendite sehen. Dies ist Realität. Viele Kritiker übersehen, dass zur Zeit auch Investoren, bedingt durch die Bankenkrise, Probleme haben Geld für Projekte zu erhalten. Wer ist bereit hier zu investieren? Ist eine Brachfläche mitten in der Stadt die bereits seit 5 Jahren besteht und vielleicht noch einmal 5 bis 10 Jahre existieren dürfte ein Aushängeschild für Investoren? Die vielfach zitierten Verkehrsprobleme durch einen Baumarkt ergäben sich übrigens auch bei einem zugkräftigem Einzelhandel an dieser Stelle.
Deshalb habe ich Respekt vor der Entscheidung der Ratsmitglieder, die diese Entscheidung getroffen haben. Ob es klug war ein Wahlversprechen abzugeben und dies dann nicht einzuhalten zu können, steht auf einem anderen Blatt. Die Ratsentscheidung wird jetzt in der Öffentlichkeit verrissen, aber welche Alternativen gibt es? Ist es besser in Burgdorf einzukaufen und in Lehrte auf einen harten Winter zu warten, um auf einer Seenlandschaft endlich ein Eisfest zu feiern?
Lehrte steht im Wettbewerb mit Burgdorf und Sehnde. In Burgdorf würde man sich die Hände reiben, wenn sich OBI dort ansiedelte und die Lehrter dann dort einkaufen. Auf die Baumärkte in Lehrte hätte es dann ähnliche Auswirkungen. Es wäre schon ein Verlust, wenn ein traditionsreicher, vom Inhaber geführter Baumarkt aufgeben müsste. Andererseits tragen Unternehmer ein Risiko und müssen sich dem Wettbewerb stellen. Die Chance besteht jedoch, sich mit einem Verkaufssegment und fachkompetenter Beratung gegenüber einem billigen Großmarkt zu behaupten. Andererseits könnte OBI wie das E-Center zu einem Kundenmagnet werden und auch Käufer für den Einzelhandel im nahen Zentrum anlocken.
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