Es war, als hätte die Stadtverwaltung in ein Wespennest gestochen: Im vergangenen Sommer erließ sie ein Alkoholverbot für den Rathausplatz, um Trinker von der Fläche zu verbannen. Was folgte, waren heftige Diskussionen darüber, ob die Stadt ein solches Verbot über eine einzelne öffentliche Fläche tatsächlich verhängen dürfe. Es hagelte Leserbriefe an den Anzeiger, es gab ein Protesttrinken junger Grünenpolitiker und eine wochenlange Diskussion im Mitmachportal myheimat der Madsack-Heimatzeitungen.
Vor wenigen Tagen erst forderten die Lehrter Grünen erneut, das Alkoholverbot wieder aufzuheben. Was nützt also das Verbot? Ist es vernünftig, oder beschneidet es die Rechte eines freien Bürgers in unzumutbarer Weise? Werden die Trinker nur verdrängt, und gibt es nun anderswo Probleme? Über diese Fragen sprechen heute Abend ab 19 Uhr mehrere Experten in der städtischen Galerie an der Zuckerpassage. Der Eintritt ist frei.
Auf dem Podium sitzen der Leiter der Lehrter Drogenberatungsstelle, Thomas Tschirner, der Polizeichef Ulrich Bode, Lehrtes Erster Stadtrat Uwe Bee sowie die Rechtsanwältin und Grünenpolitikerin Anja Möhring. Vor allem Letztere haben zu einem zweiten Thema des heutigen Diskussionsabends höchst unterschiedliche Meinungen. Dabei geht es um die geplante sogenannte Verordnung über die öffentliche Sicherheit in Lehrte. Bee nennt dieses Regelwerk sinnvoll. Möhring hat vor rund vier Jahren daran mitgewirkt, dass in Hemmingen ein ähnliches Regelwerk wieder abgeschafft wurde. Seinerzeit arbeitete sie dort selbst als Erste Stadträtin.
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Kommentare
Verbote sind auch eine Art die Demokratie abzureißen hsot – 04.03.10
Ja klar: immer schön alles verbieten. Die politischen Führer waren vermutlich ziemlich beschwipst bei diesem Beschluß.