Sehnde. In dem Rucksack befinden sich Informationsbroschüren rund um das Baby, Listen mit wichtigen Adressen, ein kleines Spielzeug - und auch bunte Wollsöckchen. „Die sind bei den Familien besonders beliebt“, verrät Jennifer Glandorf, Koordinatorin des Bündnisses für Familien. Schon mehr als 200 Paare hat Marina Holler, Pfarrsekretärin der evangelischen Kirche, für die Aktion Rucksack gestrickt, um frischgebackenen Eltern eine Freude zu machen. „Das ist so herrlich entspannend und macht mir riesigen Spaß“, sagt sie bescheiden und spielt damit herunter, dass sie immerhin drei Stunden Zeit für jeweils zwei Söckchen aufwendet.
Die Aktion Rucksack hat sich innerhalb von zweieinhalb Jahren in Sehnde etabliert und ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden. 2011 haben die etwa 20 ehrenamtlichen Besucherinnen 160 Familien besucht, 2012 waren es 150. „Die Eltern von mehr als 80 Prozent der Sehnder Neugeborenen nehmen das Angebot gern an“, sagte Bürgermeister Claus Jürgen Lehrke.
Es handele sich um rein freundschaftliche Besuche von Bürgern bei Bürgern, betont Vivien Köhne vom Familienbündnis. Das Projekt habe viele verschiedene Facetten. So kämen vor allem neu zugezogene Eltern schnell in Kontakt mit Sehndern und erführen vieles über die Stadt. Die dreifache Mutter und Sozialpädagogin spricht aus Erfahrung: Sie zog vor Jahren aus Brandenburg nach Sehnde. Die ehrenamtlichen Besucherinnen, deren Enkel oft weit entfernt leben, bekämen aber auch ihrerseits etwas von den Familien zurück, sagte Lehrke.
Renate Brämer
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