Sehnde. Ulf-Birger Franz hatte keinen leichten Stand: Der Wirtschaftsdezernent bekam deutlich zu spüren, dass die Mehrheit im Saal des Bilmer Gasthauses Zur Linde aus entschiedenen Gegnern des geplanten Logistikzentrums bestand. Immer wieder quittierten Zuhörer seine Argumente für das Logistikzentrum mit empörtem Raunen oder hämischem Gelächter. Unter den Redebeiträgen aus dem Publikum fand sich keiner, der Franz’ Argumentation folgte.
Auf dem Podium diskutierten zudem Elisabeth Schärling von der Bürgerinitiative gegen das Logistikzentrum und Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Schärling und viele Gäste im Publikum machten ihren Standpunkt deutlich: Noch mehr Verkehr und noch weniger Grünflächen bedeuteten noch mehr Feinstaub und noch weniger Wohnqualität. „Bald werden hier gar keine jungen Familien mehr herziehen wollen. Sie wären nur noch von Hallen und Löchern umgeben“, sagte eine Zuhörerin. „Höver hat als Wohnstandort weiter ein großes Plus“, sagte Lehrke, konnte damit aber offenbar nicht überzeugen.
In der Region Hannover seien in den vergangenen acht Jahren 6000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden, betonte Franz. Auch in Misburg gebe es potenzielle Flächen, entgegneten Kritiker. Im Übrigen habe Höver zwar eine gute Autobahnanbindung, jedoch keine direkte Wasser- und Schienenanbindung, sagte Schärling.
NDR 1 sendet die Aufzeichnung heute ab 20.05 Uhr (UKW 90,9). Anschließend ist sie in der Mediathek des NDR zu hören.
Eike Brunhöber
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