Höver. Der Saal im Gasthof Zur Linde war am Mittwochabend hoffnungslos überfüllt. Etliche der weit mehr als 100 Besucher mussten stehen. Das sorgte immer wieder für Unruhe, sodass die vorn Vortragenden hinten oft nicht zu verstehen waren: Ein Mikrofon war nicht vorhanden.
Die ersten erstaunten und entsetzten Zwischenrufe gab es bereits, als der städtische Fachbereichsleiter Godehard Kraft die Dimensionen des Projekts verdeutlichte: Fast 32 Hektar bisherigen Ackerlandes sollen für das Logistikzentrum versiegelt werden: Hallen von bis zu 420 Meter Länge und 16 Meter Höhe könnten entstehen. Ein mehrstimmiges ironisches „Aha!“ bekam Kraft zu hören, als er einräumte, dass die Ausgleichsmaßnahmen „nicht zwingend in derselben Gemarkung“ vorgenommen werden müssten.
Richtig laut – inklusive Pfiffen und Buhrufen – wurde es, als der Fachbereichsleiter darauf hinwies, dass es „schließlich um die Belange der gesamten Stadt“ gehe. „Nach Sehnde hin damit!“, forderte ein Zuhörer mehrfach lautstark. Aber es gab auch sachliche Argumente seitens der Kritiker. So merkte Manfred Holaschke an, die Versiegelung von Flächen in dieser Größenordnung werde „erheblichen Einfluss auf das Kleinklima“ haben. Deshalb müsse der Ausgleich an Ort und Stelle erfolgen – oder eben weniger versiegelt werden.
Auch Verkehrsplaner Thomas Müller vom Büro Schubert löste mit seinem Vortrag höhnisches Gelächter aus. So erklärte man ihn für „ahnungslos“, als er meinte, Zeit spiele für Lastwagenfahrer eine große Rolle, ein Umweg von fünf Kilometern dagegen nicht. Auch seine Annahme, in dem Logistikzentrum könnten 1500 Arbeitsplätze entstehen, stieß auf Unglauben.
Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke wehrte sich entschieden gegen den Vorwurf, die Höveraner würden nach dem Motto erpresst: Nur wenn ihr das Logistikzentrum akzeptiert, gibt es eine Entlastungsstraße. Die Straße sei anders einfach nicht finanzierbar, hielt Lehrke dem entgegen.
Die Argumente der Behörden überzeugten die Bürgerinitiative nicht. Sie will nach Aussage ihres Sprechers Martin Haase weiter versuchen, das Projekt zu Fall zu bringen.
Thomas Böger
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