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Amtsgericht schickt Betrüger in Haft

Burgdorf Amtsgericht schickt Betrüger in Haft

Vier Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung – so lautet das Urteil, das Amtsrichterin Stephanie Rohde gestern gegen einen 30-Jährigen verhängt hat. Er hatte den Käufer von Autofelgen betrogen.

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Amtsgericht schickt Betrüger in Haft - er hatte Felgen verkauft, aber nicht verschickt.

Quelle: Symbolbild

Burgdorf. Den Kauf der Felgen im Wert von 500 Euro wickelten der Burgdorfer und sein Interessent via Ebay-Kleinanzeigen am 31. Januar ab. Anschließend informierte der gelernte Koch, der sich im Juni mit einem Handwerkerservice selbstständig gemacht hatte, den Käufer per WhatsApp, dass er die Ware auf den Weg schicke – inklusive einer sogenannten Tracking-Nummer, die den Transport anzeigt.

Der Käufer indessen wartete einige Tage, mahnte, fragte nach und erstattete schließlich Strafanzeige wegen Betruges. Zu Recht, wie Amtsrichterin Rohde befand. Sie wie auch die Vertreter der Staatsanwaltschaft sahen es als gegeben an, dass der 30-Jährige von vornherein geplant hatte, die Felgen nicht an den Interessenten zu verkaufen. Damit ging die Richterin vom Straftatbestand des Betruges aus – im Gegensatz zum Pflichtverteidiger. „Erst nach dem Kaufabschluss hat mein Mandant das Auto seiner Lebensgefährtin verkauft und von dem Käufer 700 Euro für die Felgen erhalten“, sagte er. Deshalb entfalle der Vorsatz des Betruges. Dieser Einschätzung wollten sich Staatsanwaltschaft und Richterin nicht anschließen. „Die Korrespondenz mit dem ersten Käufer liefert keinen Anhaltspunkt, dass Sie ihm die Felgen wirklich schicken wollten“, sagte Rohde. Im Gegenteil: Der Angeklagte habe den Geprellten immer wieder mit falschen Aussagen hingehalten, bis dieser zur Polizei gegangen sei – auch weil der 30-Jährige die 500 Euro nicht zurück überwies.

„Die exakt gleiche Betrugsmasche haben Sie bereits 2010 abgezogen“, sagte die Richterin mit Verweis auf einschlägige Vorstrafen des Angeklagten. So habe er vor mehr als sechs Jahren seinen Lebensunterhalt unter anderem damit bestritten, dass er zwar Ware im Internet angeboten, aber nie geliefert habe, obwohl die Kunden immer bezahlt hätten. Zudem gebe es mehrere Verurteilungen von unterschiedlichen Amtsgerichten, weil der Mann beispielsweise Laptops und Mobiltelefone kaufte, Verträge für Handys abschloss oder tankte ohne zu bezahlen. Diese Strafen flossen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten zusammen. Im Juni vergangenen Jahres kam der Täter zur Bewährung frei.

„Ich sehe keine positive Prognose bei Ihnen“, sagte Rohde. Nur neun Monate nach der Entlassung sei der 30-Jährige in alte Verhaltensmuster zurückgefallen, obwohl seine Lebensgefährtin ein Kind erwartete. „Deshalb kann es die Strafe nicht zur Bewährung geben“, sagte sie.

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