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81-Jährige muss den Führerschein abgeben

Burgdorf 81-Jährige muss den Führerschein abgeben

80 Euro Bußgeld, 1200 Euro Geldstrafe sowie Führerscheinentzug für die Dauer von zehn Monaten: Das ist strafrechtlich der Preis, den eine 81 Jahre alte Frau für einen von ihr verursachten Verkehrsunfall und ihr anschließendes Türmen am Montag im Amtsgericht Burgdorf bezahlt hat.

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Das Amtsgericht Burgdorf hat am Montag eine Seniorin wegen Unfallflucht zu einer Geldstraße verurteilt. Und den Führerschein eingezogen.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. In dem Strafgerichtsverfahren, dem sich die noch recht rüstig wirkende 81-Jährige wegen ihres unerlaubten Entfernens vom Unfallort am Montagmorgen hatte stellen müssen, ging es vor allem um die Frage: Ist die Frau angesichts ihres hohen Alters des Autofahrens überhaupt noch mächtig? Damit war nicht nur das Lenken des Gefährts gemeint, sondern auch das Beherrschen von schwierigen Situationen, wie sie jedem Autofahrer einmal unterkommen können. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft und Richterin Stephanie Rohe hatten daran erhebliche Zweifel, zumal die Angeklagte selbst diese während der Beweisaufnahme nährte.

Die Witwe war mit ihrem Kleinwagen an einem Dezembervormittags im Heeßeler Heisterkampsweg gegen einen dort geparkten BMW „gerumst“, wie die Richterin angesichts des Schadens von 3650 Euro den Unfallhergang beschrieb. Die Angeklagte bestätigte dies und schilderte alsdann, dass sie 40 Minuten lang gewartet habe, ob vielleicht jemand, der das laute Krachen vernommen hatte, aus seinem Haus kommt, um nachzusehen, was passiert ist.

Es kam aber niemand. Die Unfallverursacherin setzte sich ins Auto und fuhr heim. „Ich bin kopflos gewesen“, verriet sie dem Gericht. Auf die Idee, die Polizei zu rufen und den Schaden zu regulieren, kam sie nicht. Allein, der BMW-Fahrer aus dem Heidekreis kannte jemanden im Dorf, der die Unfallverursacherin kannte. So kam doch noch alles heraus.

Im Prozess bauten Staatsanwalt und Richterin der 81-Jährigen eine goldene Brücke: Wenn sie freiwillig auf ihre Fahrerlaubnis verzichten wolle, könne von einer Bestrafung abgesehen werden. Die Frau entschied, die Brücke nicht zu betreten. Damit blieb der Richterin nur, die Seniorin zu verurteilen. Noch im Gerichtssaal musste sie ihren Führerschein abgeben.

Ein Gutachter der Straßenverkehrsbehörde wird nun in zehn Monaten zu befinden haben, ob die Frau zum Führen eines Kraftfahrzeugs noch geeignet ist.

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