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Ärger um neue Schwimmzeiten

Burgdorf Ärger um neue Schwimmzeiten

Kein Anfängerschwimmen, kein Kurs für den Jahrgang 9, kein Kindertauchen - die Realschule muss Angebote für ihre Schüler streichen, weil sie ab September weniger oder unpassende Zeiten im Bad bekommt.

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Nach dem Umbau organisieren Stadt und Wirtschaftsbetriebe die Hallenzeiten neu - die Realschule kürzt deshalb ihre Angebote.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Sie haben den Zeitplan immer wieder geprüft und Lösungen gesucht, um das bisherige Angebot aufrechterhalten zu können. Doch die Sportlehrer Frank Lorenz und Margarete Spannbrucker von der Realschule sowie ihr stellvertretender Schulleiter Kai Klinge und Bernhard Rheinländer von der IGS-Planungsgruppe müssen passen: „Wir müssen reduzieren“, sagt Lorenz.

Denn bislang hätten die Realschüler immer in den Jahrgangsstufen 6 und 8 pro Halbjahr den Schwimmunterricht absolviert, der im sogenannten dritten Block (fünfte und sechste Unterrichtsstunde) lag. Weil maximal 15 Kinder in einer Gruppe sein dürfen, habe die Schule die Klassen geteilt und diejenigen, die nicht am Schwimmen teilnahmen, nach Hause oder in die Betreuung geschickt. „Dieser Block steht uns jetzt gar nicht mehr zur Verfügung“, sagt Klinge nach Gesprächen mit der Verwaltung, die am Dienstag ebenso wie die Wirtschafts- betriebe keine Stellungnahme abgeben wollte. Klinge verweist auf Aussagen der Stadt, dass öffentliches Schwimmen einheitlich ab 11 Uhr im gesamten Bad möglich sein soll.

Außer am Montag: Dann könnten die Schüler auf einer Bahn zwischen 12 und 13 Uhr schwimmen, vier Bahnen nutzt das Gymnasium. „Damit teilen sich 60 Schüler die Umkleiden und Duschen“, sagt Lorenz. Die von der Stadt zugesagten Nachmittagstermine kann die Schule wegen des Konferenztags nicht nutzen. Am Dienstag liegt die Schwimmzeit zwischen 9.30 und 10.30 Uhr. „Wir müssen die Klasse teilen, können die Schüler aber nicht nach Hause schicken. Deshalb brauchen wir zwei Sportlehrer in dieser Zeit“, sagt Lorenz. Außerdem benötigten die Schüler einen Bustransfer, um den nachfolgenden Unterricht zu schaffen. Gleiches gelte für den Donnerstag. Auf besonderes Unverständnis stößt bei den Lehrern die Regelung, dass den Frühschwimmern künftig längere Zeiten eingeräumt werden. Das treffe die Schule am Mittwoch- und Donnerstagmorgen mit nur zwei der fünf möglichen Bahnen, sagt Lorenz.

„Wir nehmen alle Zeiten, die wir kriegen können, doch nicht alle nützen etwas“, sagt Klinge. Die Konsequenz sei, dass die Schule das Anfängerschwimmen und das Kindertauchen als Arbeitsgemeinschaften und den Kurs für Jahrgang 9 gestrichen habe. „Das alles bedauern wir sehr, weil nach unserer Beobachtung viele Kinder schlecht oder gar nicht schwimmen können“, sagt Lorenz. Aus seiner Sicht müssen Stadt und Schule für das folgende Schuljahr eine neue Lösung finden: „Dann hat die IGS fünf sechste Klassen, also einen noch größeren Bedarf an Hallenzeiten“, sagt er und fügt hinzu, das Schulschwimmen sei eine Investition in die Zukunft: „Das sind die Kunden von morgen.“

Badermäßigung gibt es mit dem Familienpass

Schließt die Stadt mit dem erhöhten Eintrittspreis für das Bad Menschen mit geringem Einkommen aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Kommunalpolitiker in der nächsten Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses am Montag, 21. September. Damit greifen sie einen Antrag des Linken-Ratsherrn Michael Fleischmann auf, der gegen seine Ratskollegen und die Verwaltung genau diesen Vorwurf erhebt und befürchtet, dass immer weniger Menschen sich das Schwimmen (-lernen) leisten können. Seine Argumentation begründete Fleischmann in der jüngsten Ratssitzung mit dem Anstieg der Jahreskarte für Bedürftige von 65 auf 280 Euro und damit, dass es im Burgdorfer Land keinen frei zugänglichen See gebe. „Mit der Erhöhung verletzt die Stadt das Gebot der kommunalen Daseinsvorsorge“, sagte er und kritisierte, dass alle Ermäßigungen künftig entfallen. Diesen Vorwurf wiesen die anderen Ratsmitglieder zurück. „Bedürftige Burgdorfer können den Familienpass nutzen“, sagte Christiane Gersemann (SPD). Der sehe vor, dass Familien mit geringem Verdienst, Alleinerziehende und Sozialhilfeempfänger jeweils die Hälfte des Eintritts im Bad, im Kino, im Johnny B. und bei Veranstaltungen des VVV bekämen. Und damit koste die Schwimmbadjahreskarte für sie nur 140 Euro. „Weil wir niemanden stigmatisieren wollen, gibt es den Pass im Familienbüro und nicht im Sozialamt“, sagte Gersemann. Hans-Dieter Morich (SPD) betonte, Kinder bis zum vierten Lebensjahr müssten keinen Eintritt zahlen. „Als Rat können wir ja eine Aktion starten, um Bedürftigen eine Familienkarte zu finanzieren“, schlug er vor. Andere Ratspolitiker wollten 500 Euro zur Verfügung stellen – wenn Fleischmann sich anschließe. Kurt-?Ulrich Schulz (WGS) sagte, die Neugestaltung habe 2,5 Millionen Euro gekostet. „Von Anfang an war klar, dass wir an die Preise müssen, wenn wir den Umbau wollen“, sagte er.

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