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Akten bald nur noch digital

Burgdorf Akten bald nur noch digital

Die Justiz - und damit auch die Mitarbeiter im Amtsgericht Burgdorf - sollen ab dem 1. Januar 2022 mit der elektronischen Akte arbeiten. Auch wenn dieses Datum scheinbar noch weit in der Ferne liegt, beschäftigt es die Mitarbeiter bereits jetzt. 

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Diskutieren über die elektronische Akte: die Amtsrichter Annette Schmidt (von links) und Andreas Henze, Geschäftsstellenleiterin Petra Buhlmann und der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt. 

Quelle: Bismark

Burgdorf. Deshalb nutzte die Geschäftsstellenleiterin Petra Buhlmann einen Besuch des Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt (CDU), um auf die Probleme aus Sicht der Beschäftigten hinzuweisen.

„Vor allem im mittleren Dienst stellen sich viele Kollegen die Frage nach der Zukunft ihres Arbeitsplatzes: Fällt er weg? Verdichten sich die Aufgaben?“, beschrieb Petra Buhlmann die Ängste der Mitarbeiter. Angesichts der Ungewissheit gestalte sich die langfristige Personalplanung schwierig, nannte sie ein weiteres Problem.

Auch Andreas Henze, Direktor des Amtsgerichts, hat einige Bedenken zum neuen Verfahren. Dazu gehöre auch, dass es am Amtsgericht keinen Anwaltszwang gebe. „Wer also keinen Anwalt beauftragt hat, kann nicht am elektronischen Rechtsverkehr teilhaben“, sagte Henze. Aus seiner Sicht müsste die Justiz deshalb zweigleisig fahren. Hinzu komme, dass die Schulung der Beschäftigten frühzeitig beginnen müsste - es aber bislang keine Konzepte dafür gebe. „Die Zeit ist schnell vorbei“, sagte er.

Hoppenstedt, Mitglied im Rechtsausschuss des Bundestages, nahm diese Anregungen ebenso auf wie die Sorge, dass das neue Betreuungsgesetz die Amtsrichter zunehmend zeitlich fordere. „Es müssen immer mehr unterschiedliche Gruppen beteiligt werden“, sagte Annette Schmidt, stellvertretende Direktorin des Amtsgerichts. Ihrer Erfahrung nach hat sich der Wunsch, mehr ehrenamtliche Betreuer zu finden, nicht erfüllt. „Wegen der demografischen Entwicklung nehmen die Betreuungsfälle ohnehin zu, und die Bearbeitung wird immer formalistischer“, fasste sie ihre Erfahrungen zusammen. Sie und ihre Kollegen wünschten sich deshalb praktikablere Abläufe.

„Ich frage jetzt die Situation ab“, beschrieb Hoppenstedt das Ziel seines Besuches im Amtsgericht, nachdem er bereits in Neustadt und Burgwedel mit den Amtsrichtern gesprochen hatte. Es sei jedoch nur ein Auftakt. Themen, das zeigte sich in dem Gespräch, gebe es genug: Schmerzensgeld bei Cybermobbing steht ebenso auf der Agenda wie neue Unterhaltsregelungen für Kinder getrennt lebender Eltern.

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