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Alle helfen bei Sprachförderung

Burgdorf Alle helfen bei Sprachförderung

Bei der Koordination und der Konzeption der Sprachförderung ziehen Schulen, das Burgdorfer Mehrgenerationenhaus (BMGH), DaZ-Pädagogen (Deutsch-als-Zweitsprache), Stadt, Jugendamt und ehrenamtliche Sprachförderer in Burgdorf an einem Strang.

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Die Lehrer Christian Krüger (von links) und Ann-Katrin Gruber freuen sich mit GHS I-Leiter Rudolf Alker und Realschulkonrektor Kai Klinge über die Spende von Frank Schubert, Leiter der Formaxx-Akademie.

Quelle: Köhler

Burgdorf. 15 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die gerade in Burgdorf angekommen sind, sind nur die Spitze des Eisberges. Denn neben ihnen und den zugewiesenen Asylbewerbern kommen auch Kinder von so zugezogenen Flüchtlingen. Ihnen gemein ist: Die meisten können kein Deutsch.

Wie viele Jugendliche werden in welchem Zeitraum erwartet? Welchen Sprachstand haben sie? Welche Schule sollen sie besuchen? Wo und wie können sie gefördert werden, und wer zahlt das? Um diese Fragen zu klären, wünschen sich die Schulen einen zentralen Koordinator.

Die Schulen sprechen sich dafür aus, diese Stelle an das BMGH anzudocken, das mit weitreichenden Kontakten zu Behörden und Ehrenamtlichen sowie Sprachkursen ohnehin schon engagiert ist. Alternativ könnte die Stelle bei der städtischen Flüchtlingssozialarbeit angesiedelt werden.

Entlastung für die zahlreichen ehrenamtlichen Sprachförderer versprechen zwei Dinge: Zum einen wird es ab Februar in Burgdorf Sprachlernklassen geben. Eine am Gymnasium, eine weitere schulformübergreifende für die Sekundarstufe?I an der Grund- und Hauptschule?I. Doch das reiche bei Weitem nicht aus, sagt Rudolf Alker, kommissarischer Leiter der GHS I und der IGS Burgdorf: „Allein an der IGS gibt es im 5. Jahrgang 19 zu fördernde Jugendliche, davon haben sieben nahezu keine Deutschkenntnisse. Im Sek-I-Bereich der GHS sind es 11, davon 10 die kein Deutsch sprechen. Damit wäre eine Klasse bereits voll – und die Realschule ist noch nicht berücksichtigt.“ Entsprechend wolle er beim Kultusministerium die Einrichtung einer weiteren Sprachlernklasse beantragen.

Zum anderen bieten das BMGH und die Volkshochschule Ostkreis ab Montag achtwöchige, von der Bundesanstalt für Arbeit geförderte Intensiv-Sprachkurse für Flüchtlinge und Asylbewerber aus Syrien, Iran, Irak und Eritrea. Einer davon sei speziell für Jugendliche ausgelegt, sagt BMGH-Koordinatorin Ursula Wieker. „Die Kapazitäten der Klassenstärken an den Schulen ist derzeit erreicht. Wir sind sehr froh, dass wir die Jugendlichen auf ihre Einschulung im Februar vorbereiten können,damit sie einen guten Start haben.“

Formaxx spendet 800 Euro für Sprachunterricht

800 Euro zugunsten der Sprachförderung für Flüchtlingskinder haben rund 60 Mitarbeiter des Finanzdienstleisters Formaxx AG aus Hannover gesammelt. Frank Schubert, Leiter der Formaxx-Akademie, besuchte deshalb einen der Sprachförderkurse in dem speziell dafür vorgesehenen Raum in der GHS I. „Wir wollen, dass das Geld da ankommt, wo praktische Arbeit geleistet wird“, sagte er.

„Das kommt wie gerufen und ist sehr hilfreich“, sagt Rudolf Alker, Leiter der Grund- und Hauptschule I sowie der IGS Burgdorf: „Die 1500 Euro, die die Stadt als Träger allen Schulen für die Sprachförderung zur Verfügung gestellt hat, sind bereits ausgegeben.“

Doch die Wunschliste der Pädagogen ist noch lang. Um differenziert und gezielt fördern zu können, solle ein Sprachlabor, unter anderem mit Computer, einem Smartboard, passender Software und Kopfhörern eingerichtet werden.

Von Sandra Köhler

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