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Gutachter überführt Unfallflüchtigen

Burgdorf Gutachter überführt Unfallflüchtigen

Unfallflucht ist eine Straftat, die einem, der sie begeht, teuer zu stehen kommt. Diese Erfahrung hat am Montag ein Ex-Soldat vorm Amtsgericht Burgdorf gemacht. Der Mann muss eine Geldstrafe in Höhe von 2250 Euro bezahlen. Das Gericht zog zudem für drei Monate seinen Führerschein ein.

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Ort der Wahrheitsfindung auch in Fällen von Fahrerflucht: Das Amtsgericht Burgdorf.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Kleine Karambolagen können jedem einmal passieren im Straßenverkehr. Dann hilft nur eines: Die Polizei rufen und den Schaden regulieren. Der verschuldete Unfall stellt dann eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit 80 Euro Buße zu Buche schlägt. Den Schaden am Auto übernimmt die Versicherung.
Der Angeklagte hatte es anders gehalten, nachdem er am 23. November mit seinem Renault rückwärts gegen einen VW Golf gekracht war und dort einen Karosserieschaden in Höhe von 1600 Euro angerichtet hatte. Er fuhr davon und scherte sich nicht drum.
Was ihm nichts nutzte. Denn der Golf-Besitzer stand gerade Plätzchen backend am Küchenfenster und wurde Zeuge des Unfalls. Er notierte sich flink das Kennzeichen des Renaults und erstattete Anzeige.
So kam es, dass die Staatsanwaltschaft dem Ex-Soldaten einen Strafbefehl schickte, der ein Fahrverbot und eine Geldstrafe vorsah. Der Unfallverursacher legte Einspruch ein. Es kam zum Prozess.
Dort sagte am Montag ein Gutachter aus und widerlegte die Behauptung des Angeklagten, dass er die Karambolage nicht bemerkt habe, weil er sich mit seiner Frau auf dem Beifahrersitz unterhalten und laut Musik gehört habe. Wahrnehmen könne man einen Stoß freilich auch fühlenderweise, hielt der Gutachter dagegen. Dafür sorgte das Sinnesorgan Ohr, das die Information ab einer bestimmten Stoßstärke ans Gehirn übermittle. Angesichts des Schadens bestehe kein Zweifel, dass der Fahrer den Unfall bemerkt haben müsse.
Als der Verteidiger vorbrachte, sein Mandant habe in Afghanistan einen Knallschaden davongetragen, wurde es Richterin Stephanie Rohe zu bunt: Das werfe dann ja womöglich die Frage auf, ob der Mann überhaupt fahrtauglich sei. In Betracht käme zudem eine Falschaussage seiner Frau, die den Unfall ebenfalls nicht bemerkt haben wollte, deutete die Richterin an. Sie riet, dass Verteidiger und Angeklagter ihre Strategie auf dem Flur überdenken sollten. Gesagt, getan: Der Angeklagte zog seinen Einspruch zurück und akzeptierte den Strafbefehl. Noch im Gerichtssaal gab er seinen Führerschein ab.

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