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Ohrfeige kostet Vater 200 Euro

Burgdorf Ohrfeige kostet Vater 200 Euro

Gewalt gegen Kinder als Mittel der Erziehung ist strafbar. Diese Lektion hat jetzt ein Vater (38) aus Uetze in einem Prozess vor dem Amtsgericht Burgdorf lernen müssen. Er muss 200 Euro an den Kinderschutzbund bezahlen, weil er am zweiten Weihnachtsfeiertag seinem Stiefsohn eine Ohrfeige verpasste.

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Wegen körperlicher Züchtigung seines Sohnes hat sich ein Vater vor dem Amtsgericht Burgdorf verantworten müssen.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf/Uetze. Die Mutter hatte am 26. Dezember Geburtstag. Die Familie hatte zu einer Feier in die Wohnung in Uetze eingeladen. Die Stimmung war ausgelassen. Gegen 23 Uhr bat der Mann die Kinder, ins Bett zu gehen. Und zwar nicht nur seine eigenen Töchter, sondern auch die Söhne der Lebensgefährtin. Die Mädchen gehorchten. Die beiden Jungen aber spielten am Wohnzimmertisch weiter Karten und lärmten. Da rutschte dem Vater die Hand aus. Er traf den Stiefsohn im Gesicht. Das Kind weinte.

Ein Partygast beobachtete die Züchtigung vom Balkon aus. Die junge Frau, die draußen eine Zigarette rauchte, empörte sich und berichtete anderen Gästen, was sie gesehen hatte. Der erwachsene Neffe der Kindsmutter stellte den Vater zur Rede, woraufhin dieser die Beherrschung verlor, wie Zeugen im Prozess aussagten. Der 38-Jährige soll getobt und versucht haben, den Neffen gewaltsam aus der Wohnung zu werfen. Woraufhin einer der Gäste die Polizei rief.

Diese schickte einen Streifenwagen. Die Beamten vernahmen das Kind und auch den Vater, der anschließend auf einem Anhörungsbogen die Tat einräumte.

Im Prozess bestritt der Mann vehement, jemals Hand an das Kind gelegt zu haben. Im Gegenteil, er habe die Söhne seiner Lebensgefährtin angenommen wie seine eigenen und ein gutes Verhältnis zu diesen. Die Zeugen blieben bei ihrer Darstellung: Eine Frau wollte „einen leichten Wischer“ gesehen, eine andere ein „Klatschen“ gehört haben. Der Junge hatte der Polizei gesagt, dass er geschlagen worden war.

Weil die Staatsanwältin Zweifel äußerte, ob der leichte Wischer bereits die Grenze zur strafrechtlich relevanten Züchtigung überschritten hat, stellte Richter Klaus von Tiling das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage vorläufig ein. Der Angeklagte, den die Unbeherrschtheit mit 200 Euro teuer zu stehen kommt, stimmte zu. Auch um zu vermeiden, dass das Kind im Prozess hätte aussagen müssen.

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