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Fußtritt bringt Freiheitsstrafe ein

Burgdorf Fußtritt bringt Freiheitsstrafe ein

Führt eine Unterzuckerung zu einer Schuldunfähigkeit? Um diese Frage drehte sich jetzt eine Verhandlung vor dem Amtsgericht: Ein 28-Jähriger hatte im September 2015 einem Rettungsassistenten eine Rippe gebrochen, als dieser ihn nach einem Notruf versorgen wollte.

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Voll schuldfähig: Amtsrichterin verurteilt 28-Jährigen nach Angriff auf Rettungsassistenten.

Quelle: Symbolbild/Dege

Burgdorf. In der Wohnung des jetzt wegen Körperverletzung angeklagten 28-Jährigen müssen sich an jenem Septembermorgen dramatische Momente abgespielt haben: Seine Freundin hatte - nach einem Zusammenbruch - die Rettungskräfte alarmiert und dem Burgdorfer, der seit seinem vierten Lebensjahr ein Typ-1-Diabetiker ist, Eistee mit Zucker eingeflößt. "Damit wollte sie meine Unterzuckerung beenden", sagte der 28-Jährige vor Gericht.

Er sei nach einem schnelle Fußweg und dem Genuss von Alkohol unterzuckert in der Wohnung angekommen, dann fehle ihm jede Erinnerung ans Geschehen, erklärte er. Diese Lücke schlossen in der Verhandlung die Zeugen, darunter der 31-jährige Rettungsassistent, dem der 28-Jährige mit einem Fußtritt eine Rippe gebrochen hatte. Denn der Retter, der mit seinen Kollegen und einer Notärztin morgens gegen 6 Uhr am Berliner Ring eintraf, schilderte, wie sich der Patient mit Händen und Füßen gegen die Behandlung wehrte. "Er verhielt sich aggressiv und trat wild um sich, aber auch gezielt", sagte der Retter. Ein Fußtritt traf ihn, dabei brach eine Rippe - die Verletzung führte zu einer vierwöchigen Krankschreibung.

Gemeinsam mit der Notärztin habe er die Wohnung dann verlassen können, einem Retter versperrte der 28-Jährige den Weg und bedrohte ihn mit den Worten "Ich bringe dich um". "In dem Moment hatte ich richtig Angst", sagte der Rettungsassistent im Gericht.

Er bestätigte aber ebenso wie die Notärztin und andere Zeugen, dass sich der Angeklagte innerhalb kurzer Zeit wieder beruhigt hatte und sich im Krankenhaus später behandeln ließ. Mit einer Unterzuckerung indes, so die Überzeugung von Amtsrichterin Rohe, könne dieser Ausraster nicht begründet werden. "Er war schuldfähig", sagte sie. Deshalb verurteilte sie den bereits einschlägig wegen Gewaltdelikten vorbestraften Burgdorfer zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten, die zu einer dreijährigen Bewährung ausgesetzt wird. Dagegen kann der 28-Jährige noch Rechtsmittel einlegen.

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