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Fußtritt bringt Haftstrafe ein

Burgdorf Fußtritt bringt Haftstrafe ein

Für acht Monate geht ein zweifacher Familienvater ins Gefängnis: Amtsrichter Stephanie Rohe verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung, nachdem der Mann im Januar einen 27-Jährigen schwer im Gesicht verletzt hatte.

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Fußtritt ins Gesicht: Familienvater geht für acht Monate ins Gefängnis.

Quelle: Symbolbild

Burgdorf. Dem Übergriff ging eine längere persönliche Geschichte zwischen dem damals noch verheirateten Mann und einer Burgdorferin voraus: Beide verband eine kurze Liaison, die nach Aussage beider jedoch ein unschönes Ende nahm. "Die hat mich nur noch mit SMS, WhatsApp und Anrufen gestalkt", beschrieb der Angeklagte seine Wahrnehmung. Seine Familie habe deshalb mehrfach die Telefonnummern gewechselt. "Aber ohne Erfolg", sagte er im Gericht, "die Drohungen und Beleidigungen gingen weiter, auch meine Kinder waren davon betroffen."

Im Januar dann habe er sich mit mehreren Freunden und Bekannten zu einem Männerabend getroffen, bei dem er durchaus einige Bier und Wodka getrunken habe. Plötzlich habe er wieder eine Nachricht erhalten, dass er und seine Kinder aufpassen müssten, wohin sie gehen. "Deshalb bin ich dann zu der Kneipe gefahren, wo sich die andere aufhielt", sagte der Angeklagte, der seit etwa fünf Wochen eine zehnmonatige Freiheitsstrafe unter anderem wegen Fahrens ohne Führerschein verbüßt.

An der Kleinen Bahnhofstraße habe seine damalige Frau die inzwischen Ex-Freundin an den Haaren aus dem Raum gezogen. Er wiederum habe einem Bekannten, der am Tisch saß, eine Ohrfeige und einen Schlag auf den Hinterkopf verpasst. "Vielleicht ist der ja dann irgendwo drauf gefallen und hat sich verletzt", sagte der Angeklagte. Auf Nachfrage von Amtsrichterin Stephanie Rohe wollte er jedoch auch einen Fußtritt nicht ausschließen. "Ich hatte ja wie gesagt, einiges getrunken", sagte er.

Das 27-jährige Opfer indes sagte aus, der Angreifer habe sofort zugetreten: "Er kam rein, trat zu und wurde dann weggezogen." Er selbst habe eine schwere Prellung des linken Jochbeins erlitten und sich ärztlich behandeln lassen müssen. Bis heute leide er unter verstärktem Tränenfluss an dem Auge - und all das nur, weil er mit einer Bekannten etwas habe trinken wollen. "Die beiden waren mal ein Paar und ich weiß von Stress", sagte er. Ob und was aber an dem konkreten Abend vorgefallen sei, könne er nicht sagen.

Die 43-jährige Ex-Freundin aus Burgdorf gab zu Protokoll, dass es Streit über Gegenstände gegeben habe, von Stalking könne keine Rede sein. "Wir hatten an dem Abend geschrieben, auch wegen der Kinder", sagte die Hausfrau. Diese Eskalation aber habe sie nicht erwartet.

Weil der Angeklagte sein Opfer mit einem Fuß samt Schuh attackiert hatte, bestehe der Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung und der sehe eine Mindestfreiheitsstrafe von sechs Monaten vor, sagte die Amtsrichterin. Angesichts der Vorstrafen, auch wenn wegen anderer Delikte, verhängte sie eine Gesamtfreiheitsstrafe von acht Monaten - ohne Bewährung. Diese kann der Burgdorfer dann direkt nach der aktuellen Haftstrafe anschließen. Er nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

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