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Amtstierärztin kontrolliert die Kontrolleure

Burgdorf Amtstierärztin kontrolliert die Kontrolleure

Die immer wieder aufkommende Kritik, dass der Tierschutz auf dem Burgdorfer Pferde- und Hobbytiermarkt keine Beachtung findet, ist offenbar unbegründet. "Gravierende Mängel habe ich heute nicht festgestellt", berichtete die Amtstierärztin Katja Riedel beim Saisonauftakt am Ostersonnabend.

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Amtstierärztin Katja Riedel überprüft während ihres Rundgangs über den Pferde- und Hobbytiermarkt einen Geflügelstand.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Burgdorf. Gut eineinhalb Stunden war sie über den Pferdemarktplatz gegangen, um die Stände zu kontrollieren. In einigen Fällen beanstandete sie, dass der Mindestabstand von 50 Zentimetern zwischen der Absperrung und den Käfigen nicht eingehalten wurde. In der Regel spannen die Aussteller ein Flatterband auf, das verhindern soll, dass Besucher die Tiere anfassen. Zum Teil hätten die Aussteller die Absperrung in zu dichtem Abstand aufgestellt, zum Teil hätten Besucher nach und nach das Flatterband zu dicht an die Käfige gedrückt, sagte Riedel.

"Einige Geflügelkäfige waren überfüllt", stellte sie ebenfalls fest. Rund die Hälfte der Bodenfläche müsse frei bleiben, damit das Geflügel genügend Bewegungsfreiheit habe. Das kontrolliere sie mit Augenmaß.

"Ich habe eine Zeit lang das Ponyreiten beobachtet", erzählte die Amtstierärztin. Die Ponys seien nicht nur in eine Richtung geführt worden. Sie hätten ausreichend Pausen bekommen, in denen sie gefüttert worden seien. "Das Areal ist vergrößert worden", ergänzte Regionssprecherin Carmen Pförtner. Es sei kein Kreis mehr, sondern ein Rechteck. Wenn die Pferde im Kreis liefen, entspreche das nicht ihrer natürlichen Bewegung.

Insgesamt hat Riedel 20 Punkte aus tierschutzrechtlichen Gründen überprüft. "Kaninchen und Meerschweinchen müssen immer Raufutter haben", sagt die Veterinärin. Die Käfigrückwand müsse mit einem Sichtschutz abgedeckt sein, damit die Tiere nicht von allen Seiten beobachtet werden können, nennt Riedel ein weiteres Beispiel.

"Der Veranstalter, der Verkehrs- und Verschönerungs-Verein, muss auf die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen achten. Er muss dafür sorgen, dass die Mängel abgestellt werden", stellte Riedel klar. Hin und wieder habe sie selbst eine sofortige Verbesserung verlangt. So als sie gesehen habe, dass sich zwei Tiere in einem Käfig nicht vertragen hätten. Da habe der Aussteller eines umsetzen müssen.

"Die Aussteller müssen sich an die Marktordnung halten", betonte die Amtstierärztin. Der VVV habe selbst zwölf Kontrolleure, die über den Markt gingen und die Einhaltung der Marktordnung überwachten. "Das gibt es nicht bei jeder Tierbörse", lobte Riedel den Veranstalter.

"Frau Dr. Riedel macht die Kontrolle der Kontrolle", sagte Regionssprecherin Carmen Pförtner. Der VVV komme eine Protokoll von der Begehung. "Das meiste wird dann mündlich besprochen", betonte Pförtner. Falls mehrfach hintereinander dieselben gravierenden Mängel aufträten, könne die Region ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Veranstalter einleiten, fügte Riedel hinzu.  

Kein Geflügel aus Sperrgebieten

Die Geflügelpest ist immer noch weit verbreitet. In mehreren Landkreisen gilt noch die Aufstallpflicht. Für den Burgdorfer Pferde- und Hobbytiermarkt hat das niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) eine tierseuchenrechtliche Erlaubnis ausgestellt. Eine Auflage war, dass kein Geflügel aus einem Sperrgebiet auf dem Burgdorfer Pferdemarktplatz zum Verkauf angeboten werden durfte. Die Amtstierärztin Katja Riedel hat das nach eigenem Bekunden stichprobenartig überprüft.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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