Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Anwohner kritisieren nahe Container

Burgdorf Anwohner kritisieren nahe Container

Allein gelassen von der Stadt Burgdorf fühlen sich zwei Hausbesitzer am Dachtmisser Weg: Vor ihren Häusern stehen die Container, zum Teil zweigeschossig, in die demnächst 64 Flüchtlinge einziehen sollen. Die Verwaltung weist die Vorwürfe zurück.

Voriger Artikel
Technischer Defekt löst Brand aus
Nächster Artikel
Rat will Raumnot beheben

Die Container-Anlage an der Friederikenstraße: Den beiden Nachbarn (rechts) ist der Abstand zu ihren Grundstücken zu gering.

Quelle: Schilke

Burgdorf. „Wenn ich den Weg zu unserem Haus beschreibe, dann sage ich immer, dass wir im Hamburger Hafen wohnen“, sagt die Besitzerin eines Bungalows am Dachtmisser Weg sarkastisch. Auf dem Nachbargrundstück - mit freien Blick auf ihre Terrasse - sind in den vergangenen Monaten die mobilen Unterkünfte für die Flüchtlinge entstanden. „Schon jetzt haben uns die Bauarbeiter immer auf die Terrasse und in die Häuser schauen können, wenn dann erst die Container bewohnt sind, habe ich überhaupt keine Privatsphäre mehr“, fürchtet die Burgdorferin.

Sie kritisiert, dass die Stadtverwaltung die unmittelbaren Nachbarn nicht informiert habe: „Ich habe davon aus der Zeitung erfahren“, sagt sie und fügt hinzu, dass sie erst in einer Anwohnerversammlung von den konkreten Details erfahren habe. Immerhin habe sie daraufhin durchsetzen können, dass die Verwaltung die Container weiter entfernt von ihrer Grundstücksgrenze aufstellen lässt.

„Wir haben auf die Wünsche der Nachbarn Rücksicht genommen“, sagt Stadtsprecherin Eva-Maria Dobriloff. So werde ein eingeschossiger Containerblock nicht mehr am Grundstück der Nachbarn, sondern direkt an der Friederikenstraße errichtet. Sie betont zudem, dass die Stadt am 25. Februar im direkten Gespräch die betroffenen Nachbarn informiert habe.

Diese wiederum vermissen das regelmäßige Gespräch seitens der Stadt: „Es geht uns nicht um die Flüchtlinge, sie müssen irgendwo leben, doch die große Nähe - auch zur Friederikenstraße - geht einfach nicht“, sagt die Anwohnerin und fürchtet, dass die für fünf Jahre erteilte Baugenehmigung verlängert wird. Derzeit gelte die Befristung sagt die Stadtsprecherin, die zudem darauf hinweist, dass das Areal als Fläche im Innenbereich gilt und somit auch dauerhaft für eine „normale“ Wohnbebauung genutzt werden könne.

Die hinter dem Haus liegende Fläche, auf die die Nachbarn immer wieder verweisen, stehe weder für die Container noch für spätere Wohnhäuser zur Verfügung. „Sie wurde als Kompensationsfläche für das Baugebiet Kreuzbruch festgelegt“, sagt Dobriloff. Sie erteilt Hoffnungen der Nachbarn auf einen Sichtschutz eine klare Absage: Der angelegte etwa ein Meter hohe Wall werde nicht bepflanzt, einen Sichtschutz müssten die Anlieger auf eigene Kosten und entsprechend des Baurechts erstellen. Diese wiederum klagen gegen die temporäre Bebauung, sie haben vor dem Verwaltungsgericht Hannover allerdings schon die erste Niederlage hinnehmen müssen.

Nun warten die Nachbarn neben Infos auch auf die Ankunft der Flüchtlinge - diesen Zeitpunkt aber könne die Verwaltung noch nicht nennen, sagt Dobriloff und ergänzt, dass die Stadt deshalb auch niemanden informieren könne. Nach dem Einzug werde ein Hausmeister vor Ort sein, der Sozialarbeiter aus der Friederikenstraße die Betreuung mit übernehmen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Antje Bismark

doc6sn9dtnbrnthj5pmdfd
Abriss der Brandruine beginnt

Fotostrecke Burgdorf: Abriss der Brandruine beginnt