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Vortrag zum Schicksal der Kriegsgefangenen

Burgdorf Vortrag zum Schicksal der Kriegsgefangenen

Der Arbeitskreis Stadtgeschichte Burgdorf widmet sich, wie hinlänglich bekannt, auch dunklen Kapiteln der Historie. Einen Vorgeschmack auf dessen neueste Veröffentlichung gibt Historiker Rolf Keller am Freitag, 12. Mai, im Erzähl-Cafè des Benefizz-Ladens.

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Rudolf Bembenneck (links) und Zeitzuge Manfred Rehberg stehen vor dem Haus an der Lerchenstraße, in dem einst russische Kriegsgefangene untergebracht waren, in der Hand eine Abbildung des Gebäudes in der damaligen Zeit.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. „Im Schatten des Vergessens – Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und heimatlose Ausländer in Burgdorf 1939 – 1950": So lautet der Titel eines Buches, dessen Manuskript der Arbeitskreis Stadtgeschichte Burgdorf jetzt in Druck gegeben hat. Die Region Hannover wird es in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem veröffentlichen. Regionspräsident Hauke Jagau und Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann haben die Geleitworte für die Dokumentation geschrieben. Baxmanns Beitrag ist mit  "Geschichte erzählt, um Gewissen zu schärfen" überschrieben.

"Dieses Buch ruft ein Kapitel der Stadtgeschichte in Erinnerung, das weithin in Vergessenheit geraten ist. Es geht um die Würde von Frauen, Männern und Kindern, die nach Burgdorf verschleppt wurden oder die es hierher verschlagen hatte. An ihr Schicksal soll erinnert, ihr Leben und Leiden gewürdigt und ihnen ein bleibender Ort im Gedächtnis der Stadt gegeben werden", sagt Arbeitskreismitglied Rudolf Bembenneck.

Ende August soll die Veröffentlichung - das Ergebnis jahrelanger Recherchearbeit, für die der Arbeitskreis auch Zeitzeugen interviewte - im Burgdorfer Schlosses vorgestellt werden. Interessierte haben bereits am Freitag,12. Mai, im Erzähl-Café die Möglichkeit, sich zumindest inhaltlich mit dem Kapitel, das vom Schicksal der Kriegsgefangenen berichtet, auseinanderzusetzen. Dr. Rolf Keller ist Abteilungsleiter der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten in Celle. Er hat grundlegende Werke zum Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen veröffentlicht. Ab 19.30 Uhr wird Keller im Benefizz-Laden an der Hannoversche Neustadt 8 über das Thema "Vernichtungspolitik und Zwangsarbeit – Sowjetische Kriegsgefangene in Niedersachen 1941 – 1945" sprechen.

Seit Jahren den Spuren der Geschichte auf der Spur

Seit 2012 Jahren forscht der Arbeitskreis in zahlreichen, auch internationalen Archiven, um mehr zu erfahren über die Lebensumstände der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter sowie die Schicksale der etwa 1000 heimatlosen Menschen, die in Burgdorf gestrandet und bis 1950 im Lager Ohio an der Sorgenser Straße untergebracht waren. Im Arbeitskreis Stadtgeschichte Burgdorf sind Rudolf Bembenneck, der Berliner Historiker Ralf Gräfenstein,  Dieter Heun, Peter Pfeiffenbring, Heidi Rust, Harald Scherdin-Wendlandt aus Berlin und Dr. Tobias Teuber engagiert.

Von Sandra Köhler

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