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Kritik am geplanten Discounter

Burgdorf Kritik am geplanten Discounter

An der Bundesstraße 3 planen Hans-Jürgen Lukanz und Investor Hans-Georg Bruns einen neuen Penny-Markt, dessen Entwurf sie am Dienstagabend im Ortsrat Ramlingen-Ehlershausen vorstellten. Doch die Kritik am Projekt hält an, weil es aus Sicht der Anwohner die Verkehrsproblematik ignoriert.

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So soll der neue Markt aussehen: Diesen Entwurf stellte der Architekt jetzt im Ortsrat vor.

Quelle: privat

Burgdorf. 200 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche, breite Gänge, modernste Haustechnik, 82 Parkplätze, hochwertige Optik: Damit will der neue Penny-Markt auf dem Gelände neben dem Park-and-ride-Platz punkten. Große Fensterfronten und viel Tageslicht sieht der Entwurf des Burgwedeler Architekturbüros vor. Einstöckig, im vorderen Bereich mit sieben Metern Höhe, abfallend auf drei. Die „zur Dorfarchitektur passende Fassade aus roten Klinkern“ (Lukanz) soll im oberen Bereich eine Holzverkleidung aus edler kanadischer Zeder erhalten.

Das Management rechnet damit, dass 85 Prozent der Käufer auch in Zukunft aus Ehlershausen kommen sollen. Weitere 15 Prozent sollen zusätzlich über die B 3 anfahren, sagte Gregor Kasprick vom kaufmännischen Immobilienmanagement des Discounters – und erntete schallendes Gelächter von mehr als 20 Zuhörern. Bisher profitiere der Penny vom Standort neben dem Edeka, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Katrin Thiess (CDU): „Die Leute gehen erst zum Penny, um dann bei Edeka das zu holen, was sie bei Penny nicht bekommen haben.“ Sie selbst bekannte aber auch:„Ich würde die Bahn nicht mehr überqueren, um mich anschließend noch einmal anzustellen.“ Er verkenne die Realitäten, bekam Investor Bruns zu hören, als er mit Verweis auf Zählungen sagte: „Die Bahn ist ohne Probleme zu queren.“ Auch den Nachsatz sahen die Zuschauer als nicht realistisch an: „Der Verkehr wird in den kommenden Jahren abnehmen, weil immer weniger junge Leute den Führerschein machen.“

Nicht fünf Minuten, sondern von 14.30 bis 14.50 Uhr habe sie just an jenem Tag vor der Schranke gewartet, hielt ihm eine Besucherin entgegen: „Nur um mich dann auf der Bundesstraße anzustellen.“ Und das werde nicht besser, mahnte Ortsbürgermeisterin Birgit Meinig mit Blick auf die Planung der Deutschen Bahn: „Der Güterverkehr verdoppelt sich.“

„Sie dürfen uns nicht die Planung für unseren Ort kaputtmachen“, ging ein Besucher geradezu verzweifelt in die Offensive und forderte, den geplanten Komplex zumindest zu drehen, damit die Option auf mögliche eine verkehrsentlastende Unterführung zumindest gewahrt bliebe.

Der Bauantrag sei gestellt, sagte Martina Behncke von der Stadtplanung. Wegen des positiven Urteils vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg hinsichtlich des Bauvorentscheides habe die Kommune aber keine Möglichkeit, den Bau zu verhindern.

  Anlieferung über die Bundesstraße – Nachnutzung des alten Geländes noch nicht klar

Die Sorge vor zunehmendem Schwerverkehr im Ort treibt die Anwohner um, sie interessierten sich deshalb für die Fahrtroute der Anliefer-Lastwagen. Gregor Kasprick vom kaufmän-
nischen Immobilienmanage-
ment des Discounters wollte die Sorge entkräften: „Wir kommen von Lehrte über die Bundesstraße“, sagte er im Ortsrat. Was die Nachnutzung des alten Pennys angeht, ist noch nichts entschieden. Es gebe aber bereits Gespräche mit Mietinteressenten, sagte Kasprick zur Befürchtung der Ortsbürgermeisterin, es könne zu einem Leerstand im Ort kommen: „Ehlershausen ist auch für andere interessant.“

Von Sandra Köhler

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