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Auf den Spuren der Dinosaurier

Weferlingsen Auf den Spuren der Dinosaurier

Schon im Kindergarten stand für Benjamin Englich fest: „Wenn ich groß bin, werde ich Saurierforscher.“ Sein Traum hat sich erfüllt. Mit seinem Team hat der gebürtige Weferlingser jetzt einen Riesenfund gemacht.

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Benjamin Englich aus Burgdorf und Nils Knötschke, wissenschaftlicher Leiter des Dinosaurierparks Münchehagen, blicken auf den Fußabdruck eines Raubsauriers.

Quelle: Holger Hollemann/dpa

Burgdorf. Wenn sich seine Kindergartenfreunde damals Autos oder Puppen zu Weihnachten gewünscht haben, stand bei Benjamin Englich etwas ganz anderes auf dem Wunschzettel: Sachbücher über Dinosaurier. Oder Figuren der Riesenechsen. „Aber nicht die Billigen aus China“, sagt der heute 30-Jährige. „Die mussten schon realistisch aussehen.“

Englichs Leidenschaft entwickelte sich früh, und sie hält bis heute an. Der Burgdorfer, der jetzt in Münchehagen in der Nähe des Dinoparks wohnt, ist Paläontologe. Sein Geld verdient er unter anderem damit, Spuren von Sauriern auszugraben, wie er es zurzeit gerade in einem Steinbruch bei Rehburg-Loccum im Kreis Nienburg macht. Dort wurden Anfang 2015 riesige Abdrücke gefunden. Englich leitet die Grabungen.

„Das beste an dem Job ist der Abenteuercharakter“, sagt der Diplom-Paläontologe, der an der Universität Bonn Geowissenschaften studierte und auch schon in den USA gearbeitet hat. Jeden Tag füge sich ein neues Puzzleteil zu dem großen Ganzen zusammen - wie bei einem Detektiv. „Auch wenn die Arbeit durch das Graben körperlich anstrengend ist, wird man bei jedem Fund belohnt. Weihnachten ist nichts dagegen.“

Der Fund in dem Steinbruch unweit des Dinoparks Münchehagen zählt zu den größten seiner bisherigen Karriere - im buchstäblichen Sinn. Die Spuren stammen von einem Langhalssaurier, die etwa 25 bis 30 Tonnen wogen, und haben einen Durchmesser von bis zu 1,20 Metern.

Im Dinopark war Englich schon als Kind Stammgast, löcherte die Angestellten mit Fragen. Während des Studiums wechselte er die Seiten, arbeitete als Museumspädagoge und gab selbst Führungen. Über die Fährtenhalle auf dem Gelände schrieb er später seine Diplomarbeit.

Mit den Szenen aus der bekannten Filmreihe „Jurassic Park“ hat Englichs Arbeit aber nicht viel zu tun. „Auch wenn gerade in den letzten Teilen vieles sehr unrealistisch dargestellt wird, schaue ich die Filme gern. Man darf sie aber nicht mit dem wissenschaftlichen Auge sehen.“ Denn nicht alle Saurier waren blutrünstige Monster. „Trotzdem bin ich ein Fan der Raubsaurier“, sagt der 30-Jährige. Der Allosaurus gehört zu seinen Lieblingstieren. Weil der auch in der Region lebte. „Und der Mensch lässt sich gern von Raubtieren mit scharfen Zähnen und Krallen beeindrucken.“

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