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Augenarzt findet keinen Nachfolger

Burgdorf Augenarzt findet keinen Nachfolger

Nach 30 Jahren als Augenarzt gibt Dr. Klaus Pracht seine Kassenzulassung zurück: Für seine Praxis an der Schlossstraße hat der Mediziner keinen Nachfolger gefunden. Nun müssen die Burgdorfer für entsprechende Untersuchungen nach Großburgwedel fahren.

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ARCHIV - Das Bild zeigt, wie die Hornhaut des Auges mit dem Orbscan (Hornhauttopograph) vermessen wird (Archivfoto vom 27.01.2005). Durchschnittlich zwei Monate müssen Patienten auf einen Termin für eine Erst- oder Routineuntersuchung beim Augenarzt warten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts TNS Infratest unter knapp 800 Bundesbürgern, die vom Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) in Auftrag gegeben wurde. Demnach warten nach ZVA-Angaben vom Montag 22,4 Prozent der Befragten bis

Quelle: Rolf Vennenbernd

Burgdorf. „Meine Praxis war immer voll“, sagt Dr. Klaus Pracht. Aber nach drei Jahrzehnten in einer Vollzeittätigkeit und mit 67 Jahren habe er nun kürzertreten wollen, weil die Belastung eben sehr hoch sei. „Zu Jahresanfang habe ich deshalb meine Praxis ausschreiben lassen“, sagt der Augenarzt und fügt hinzu, er habe über die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) einen Nachfolger gesucht. „Ich hätte gerne jemanden genommen und dann in Teilzeit mit ihm weitergearbeitet“, sagt er.

Allerdings gebe es immer weniger Mediziner, die sich außerhalb großer Städte oder von medizinischen Versorgungszentren niederlassen wollten. „Sie finden kaum noch einen Arzt, der in einer Kleinstadt praktizieren möchte“, weiß Pracht aus Gesprächen mit anderen Kollegen. Weil seine Ausschreibung über Monate ohne Erfolg geblieben sei, habe er letztlich die Kassenarzt-Zulassung zurückgegeben und behandle nur noch Privatpatienten. „Meine geplante Teilzeittätigkeit lässt sich nicht mit einer Kassenarzt-Zulassung vereinbaren“, sagt er. Die Zulassung geht nun an eine Medizinerin aus Großburgwedel.

Zugleich betont Pracht mit Blick auf die Kritik von Patienten: „Sechs Monate Wartezeit auf einen Facharzt-Termin sind überhaupt nicht diskutabel.“ In seiner Praxis hätten Patienten - abgesehen von einigen Ausnahmen - nie länger auf einen Routine-Termin warten müssen. „Bei akuten Beschwerden bekamen Patienten immer am Tag des Anrufs einen Termin“, sagt Pracht und fügt hinzu, dabei habe er nicht unterschieden zwischen bereits aufgenommenen Patienten und jenen, die erstmals um einen Termin gebeten hätten. So handhabten dies auch seine Kollegen in Burgdorf und Umgebung - mit Ausnahme einer Augenärztin, die auf die Wartezeit von bis zu sechs Monaten verweise und keine neuen Patienten mehr aufnehme. „Das ist nach dem Recht der Kassenärztlichen Vereinigung aus meiner Sicht nicht zulässig“, meint Pracht.

Seine Entscheidung habe er frühzeitig den Patienten mitgeteilt. „Sie haben Verständnis geäußert“, sagt er.

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