Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° bedeckt

Navigation:
NS-Proganda vom KdF-Auto bis zum Volksradio

Burgdorf NS-Proganda vom KdF-Auto bis zum Volksradio

Die neue Ausstellung im Stadtmuseum, die am Sonnabend, 2. September, um 11 Uhr eröffnet wird, kann mit einer Rarität aufwarten: Dort ist ein Kraft-durch-Freude(KdF)-Wagen, der Vorgänger des VW Käfer, zu sehen. „Es ist der wohl letzte noch fahrbereite Wagen dieser Art“, sagt Horst Regenthal.

Voriger Artikel
OLG: Geld für Pferdesamen ist ein Darlehen
Nächster Artikel
Kirchengemeinden suchen Ehrenamtliche

Eine absolute Rarität: der mutlich einzige noch fahrbereite KdF-Wagen. Armin Baur hat die Geschichte des Autos, das sich 1943 der Reichsleiter Alfred Rosenberg in Wolfsburg bauen ließ, recherchiert.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Regenthal und acht Mitstreiter haben die Ausstellung über die NS-Propaganda in Burgdorf ehrenamtlich vorbereitet und bauen sie in diesen Tagen auf. Ob sie tatsächlich einen KdF-Wagen für die Ausstellung bekommen würden, war lange Zeit ungewiss.  Das Fahrzeug, das im Museum bestaunt werden kann, gehört der Familie Grundmann aus Hessisch Oldendorf. Traugott und Christian Grundmann betreiben dort ein privates VW-Museum.

„Ich bin glücklich, dass sie ihr Auto rausgegeben haben“, sagt Regenthal. Er habe auch beim VW-Konzern in Wolfsburg nachgefragt. „Doch die leihen nichts aus.“ Produziert wurde der Oldtimer 1943 für den Reichsleiter Alfred Rosenberg, der historisch als Chefideologe des NS-Regimes gilt. Der Wagen hat einen 24,5-PS-Motor im Heck. Abgeblendete Scheinwerfer und ein besonderes Schild sind Zeichen dafür, dass er während der Kriegszeit gefahren wurde. Armin Baur, der Fahrzeugexperte des Museumsteams, hat die Geschichte des Autos für die Ausstellung aufbereitet. Die Besucher erfahren beispielsweise, wie es den Grundmanns gelungen ist, festzustellen, für wen das KdF-Auto gebaut wurde.

Die Schau unter dem Titel „Volkswagen, Volksempfänger, Volksgemeinschaft – Propaganda im Nationalsozialismus“ will anhand von Schautafeln und mit vielen Originalexponaten zeigen, wie genau Propaganda im Nationalsozialismus funktionierte und welche Mechanismen und Techniken sich die Machthaber in den Jahren von 1933 bis 1945 zunutze machten.

Am Mittwoch ist zwar noch nicht alles fertig gewesen, doch erkennbar war, dass es für die Besucher der Ausstellung viel zu entdecken gibt. Denn das neunköpfige Team mit Regenthal, Baur und Horst Wöhler, Gerhard Gring, Luigi Serrapiglio, Gerhard Gruber, Margrit Knox, Burghard Wolters sowie Heinz-Dieter Wagner hat die Ausstellung sehr detailreich gestaltet.

Drei Tage vor der Ausstellungseröffnung herrscht Hochbetrieb im Stadtmuseum. Gerhard Gring legt letzte Hand an den Luftschutzkeller, den er für die Ausstellung eingerichtet hat. Horst Wöhler stellt eine Litfaßsäule auf. Wöhler zeichnet auch verantwortlich für die Originalkostüme, vom Hitlerjungen bis zum Major der Propagandakompanie, die die Puppen in der Ausstellung tragen.

Gerhard Gruber hat Dokumentationen zu den Kraft-durch-Freude-Reisen zusammengestellt. Schwerpunkte: Kreuzfahrten und der Urlaub im Seebad Rügen. "Wir haben sogar Fotoalben von Burgdorfern bekommen, die einst auf den Kreuzfahrtdampfern mitgefahren sind", sagt Gruber.

Den Propaganda-Rummel um die V1 und V2 stellt Luigi Serrapiglio mit seiner Sammlung dar, die er für die Ausstellung zur Verfügung stellt. Regenthal zeigt Originalvolksempfänger, die sogar mit Gleichstrom zu betreiben waren. "Bis 1935 hatte auch Burgdorf noch ein Gleichstromnetz", sagt Regenthal.

doc6wgw3yfwlkjc0c77zi

Fotostrecke Burgdorf: NS-Proganda vom KdF-Auto bis zum Volksradio

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xo2ot3ahw7628ka8az
Geisterstunde im Museum mit Bach und Händel

Fotostrecke Burgdorf: Geisterstunde im Museum mit Bach und Händel