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Klare Absage an die "Weibschaft"

Burgdorf Klare Absage an die "Weibschaft"

Gleiche Chancen, gleicher Verdienst, gleiche Teilhabe - wie sieht es aus mit der Gleichberechtigung im Sport? Diese Fragen thematisiert jetzt eine Ausstellung im Rathaus I als Beitrag zum Frauentag und zum Themenjahr "Burgdorf bewegt sich".

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Eine Ausstellung im Rathaus informiert über Frauen im Sport - sie öffnete zum Weltfrauentag.

Quelle: Antje Bismark

Burgdorf. Aus Sicht von Ela Windels, Referentin für Gleichberechtigung beim Landessportbund, gilt für den Sport wie für die Gesellschaft, dass bereits viel erreicht wurde. "Es gibt aber auch noch viel zu tun", sagte sie zur Ausstellungseröffnung. Schließlich sei zwar jedes zweite Mitglied in den Vereinen und Verbänden weiblich, doch noch nicht einmal jede fünft Führungsposition werde von einer Frau ausgefüllt. "Hier gilt es, verkrustete Strukturen aufzubrechen", sagte Windels.

Aber auch für die Sportlerinnen müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden, sei es beim Verdienst, bei der Mitgliedergewinnung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der Einbeziehung von Migrantinnen. "Während es bei den Männern häufig um Kraft und Schnelligkeit geht, legen Frauen mehr Wert auf das Umfeld", sagte Windels unter bestätigenden Äußerungen der Besucherinnen. Neben dem Frauenfußball gebe es noch eine weitere Sportart, die sich im Land in puncto Gleichberechtigung auszeichne: das Kickboxen. "Dieser Fachverband öffnet sich ausdrücklich", sagte Windels.

Wie die anderen Gäste wird auch sie die sportlichen Ereignisse im Jahr 2023 genau verfolgen: Dann will Stina Johannes als Torfrau das DFB-Team unterstützen - dieses Ziel gab sie am Dienstagabend schon einmal bekannt. Sie trainiert seit ihrem sechsten Lebensjahr Fußball, auch beim Heeßeler SV. In dem Verein kümmert sich Anke Schnoy um die Organisation der Fußballfrauen. "Ich mache das sehr gerne", sagte die Obfrau und begründete ihr ehrenamtliches Engagement damit, dass sie gern sehe, wie sich die Schützlinge persönlich und sportlich entwickelten. Dabei sei es hilfreich, dass zwei Frauen und zwei Männer die Fußballerinnen trainierten. "Es ist ein unterschiedliches Herangehen."

Auch Birgit Jung arbeitet in Heeßel mit einem gemischten Einrad-Team. "Im Breitensportbereich", wie sie betonte. Denn mit eben jenem Team nahm sie 2013 an der Weltmeisterschaft in Kapstadt teil. "Von der Mischung profitieren alle", bilanzierte sie und begründete dies damit, dass die männlichen Teilnehmer bei bestimmten mehr Kraft als die Mädchen und Frauen einsetzen könnten. Gleiches gelte auch für die Altersstruktur: Die Jüngsten seien 12, die Ältesten 23 Jahre alt. "Da hilft jeder jedem", sagte sie.

Eine Prognose, wann sich die unterschiedlichen Aufgaben lösen lassen, wagten weder die Referentinnen noch das Publikum. In einem Punkt aber stimmten alle überein: "Es ist albern, um der Gleichberechtigung willen statt von der Mannschaft künftig von der Weibschaft zu sprechen", sagte Windels. Als Alternative schlug Burgdorfs Gleichstellungsbeauftragte Petra Pape den Begriff "Team" zur Zufriedenheit aller vor.

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Von Redakteur Antje Bismark

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