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Ab nach Amerika: Ein Buch geht auf Reisen

Burgdorf Ab nach Amerika: Ein Buch geht auf Reisen

Das Buch „Ab nach Amerika! – Burgdorfer Auswanderer im 19. Jahrhundert“ der Hobbyhistoriker Dieter Heun und Heidi Rust steht seit Kurzem in einem Museum in der amerikanischen Hafenstadt Baltimore, einst Drehkreuz für Einwanderer aus Europa.

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Das Buch von Dieter Heun und Heidi Rust über Burgdorfs Auswanderer bekommt im Einwanderungsmuseum der Hafenstadt Baltimore einen Ehrenplatz. Der Burgdorfer Tobias Teuber hat Museumsleiterin Brigitte Fessenden das Buch mitgebracht.

Quelle: privat

Burgdorf. Der Burgdorfer Tobias Teuber, als Wirtschaftsinformatiker beruflich viel in der Welt unterwegs, hatte die Idee, dem Museum Baltimore Immigration Memorial ein Exemplar zu übergeben. Das Museum hat sich laut Heun auf die Einwanderer in der Zeit zwischen 1830 und 1914 spezialisiert, die ihren Weg über den Auswanderungshafen Bremerhaven nach Baltimore antraten. Genau da liegt auch der Schwerpunkt des Burgdorfer Buchs. Heun und Rust haben sich bei ihren Recherchen auf Burgdorfer Einwohner konzentriert, die in den Jahren 1840 bis 1900 nach Amerika auswanderten.

Teuber erzählte Museumsleiterin Brigitte Fessenden von dem Buch und bot an, bei seiner nächsten Reise ein Exemplar mitzubringen. Fessenden sei sofort begeistert gewesen, berichtete Teuber. Als gebürtige Deutsche (aus Esslingen) wolle die Museumsleiterin mit ihren Ausstellungen den Blick auf deutsche Einwanderer lenken.

Durch die gute Eisenbahnverbindung in den Mittleren Westen und die regelmäßige Dampfschifffahrtsverbindung des Norddeutschen Lloyds mit Bremerhaven entwickelte sich Baltimore im 19. Jahrhundert zu einem der größten Einwanderungshäfen der USA. Heun und Rust berichten in ihrem Buch über die Auswanderung von 305 Burgdorfern. 17 von ihnen nahmen ihren Wohnsitz in Baltimore.

Fessenden hat sich laut Teuber von der „großen Detektivarbeit“ der beiden Burgdorfer Autoren anstecken lassen. Sie wolle versuchen, Nachkommen der aus Burgdorf eingewanderten Familien in Baltimore und Umgebung ausfindig zu machen.

Das Druckstück in Baltimore ist nicht das einzige Exemplar des Burgdorfer Auswanderungsbuches, das seinen Weg nach Amerika fand. Ein zweites gibt es in der Kleinstadt Addison (Illinois) in der Metropolregion Chicago. Verwandte eines im Jahre 1885 ausgewanderten jungen Mannes, über den das Buch ausführlich berichtet, haben es zum Weihnachtsfest dorthin geschickt. Der junge Mann stammte aus einer Schillerslager Familie mit einer bemerkenswerten beruflichen Tradition. Sie ist in siebter Generation bis heute dem Tischlerhandwerk verbunden. Die Antwort aus Amerika kam schnell: „Ein wundervolles Buch ist bei uns angekommen. Welch großartiges Familiengeschichtsprojekt. Dies war das beste Weihnachtsgeschenk!“ (Übersetzt aus dem Englischen).

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