Burgdorf. In einer bisweilen von Aggressivität und wütender Empörung geprägten öffentlichen Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend, die wegen des großen öffentlichen Interesses in den Saal des Schlosses verlegt worden war, lenkte der Bürgermeister erst zum Schluss ein. Nach einer Sitzungspause machte Baxmann den aufgebrachten Zuhörern einen von ihm selbst als Kompromiss bezeichneten Vorschlag: Er wolle sich dafür einsetzen, dass der Rat „in freiwilliger Selbstbindung“ eine Bürgerbefragung zusagt, um zu klären, wie die Marktstraße fortan genutzt werden soll. Allerdings solle zunächst der Umbau von Markt-, Post- und Braunschweiger Straße in der vorgesehenen Form erfolgen. Das habe den Vorteil, dass die Fußgängerzone, sollte das Votum dafür ausfallen, mit Blick auf die Akzeptanz und die Folgen für den Einzelhandel länger erprobt werden könne.
Ingelore Boestge wies Baxmanns Vorschlag für die Bürgerinitiative Fußgängerzone auf Probe als inakzeptabel zurück: „Man kann die Marktstraße nicht erst umbauen.“ Die dort geplanten Rampen und Baumtore seien für eine Nutzung als Fußgängerzone ungeeignet. Boestge kündigte einen Brief an alle Ratsmitglieder an, um diese von der Erprobung vor dem Umbau zu überzeugen und behält sich eine Klage gegen die Ablehnung des Bürgerbegehrens vor.
Joachim Dege
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