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Otzer zählen wieder Züge

Burgdorf Otzer zählen wieder Züge

Seit 0 Uhr sind die Otzer an diesem Dienstag wieder dabei, die Züge zu zählen, die den Bahnübergang in ihrem Ort passieren. Um kurz nach 10 Uhr waren es bereits mehr als 90 gewesen.

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Zählaktion am Bahndamm in Otze: Marion und Heinrich Sander lösen Reinhard Bielefeld (links), der dort von 8 bis 10 Uhr den Zugverkehr dokumentiert hat ab.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Otze. Die höchste Dichte an Güterzügen haben die Otzer Bürger in der Zeit von 5.41 bis 6.47 Uhr gezählt: Es waren elf Stück. Ansonsten rattern pro Stunde zwischen sieben und acht Güterzüge über den Bahndamm bei Otze. Hinzukommen stündlich noch etwa vier S-Bahnen.

Es sei kein Problem gewesen, Freiwillige für die 24-stündige Zählaktion zu finden, berichtet Heinrich Sander, der gemeinsam mit seiner Frau Marion die Züge von 10 bis 11 Uhr gezählt hat. Ein Duo zählt meist eine Stunde lang, einige Otzer übernehmen auch ein Zeitintervall von zwei und mehr Stunden.

Die Otzer fürchten um die Lebensqualität in ihrem Dorf, wenn das Güterzugaufkommen, wie von der Bahn AG geplant, sich bis 2030 verdoppeln soll. Deshalb unterstützen viele die Bürgerinitiative Otze Schiene (Bios). Sie hat derzeit 109 Mitglieder.

Schon im vergangenen Jahr hatte Bios 24 Stunden lang das Zugaufkommen inklusive dessen Lärmpegel dokumentiert. Damals geschah das mit einem Handmessgerät, diesmal hat der Burgdorfer Akustikingenieur Hermann Wietfeldt eine professionelle Messanlage am Bahndamm aufgebaut. Bios sei es wichtig, eigenes Datenmaterial parat zu haben für die Gespräche mit Vertretern der Bahn, sagt Bios-Sprecher Manfred Kuchenbecker. Solch ein Gespräch soll es Ende Juni in Hannover geben – und zwar mit dem Projektleiter für die Alpha-E-Variante, Matthias Hudaff. 

Im Oktober 2016 haben 139 Güterzüge und 76 S-Bahnen Otze und damit auch zuvor Ehlershausen und anschließend Burgdorf und Aligse passiert. Laut Bahn sollten auf der Strecke durchschnittlich 100 Güterzüge am Tag unterwegs sein. Möglicherweise verkehren derzeit sogar schon mehr Güterzügel als vor acht Monaten - immerhin waren es in zehn von 24 Stunden bereits 90 Güterzüge und S-Bahnen.

Die Bahn AG plant, den Güterzugverkehr auf der Gleisstrecke von Celle bis Hannover bis zum Jahr 2030 nahezu zu verdoppeln. Die Folgen sind vor allem: eine höhere Lärmbelastung für die Anwohner der Bahnstrecken sowie eine zunehmende Unpassierbarkeit ebenerdiger Bahnübergänge, wie es sie in Otze, aber ebenso in Ehlershausen und Aligse gibt. Genau das will die Otzer Bürgerinitiative, die mit anderen Initiativen entlang der Strecke, zum Beispiel STARK aus dem Lehrter Bereich, zusammenarbeitet, verhindern.

Das Dialogforum Schiene Nord, in dem Vertreter der Bahn sowie 98 betroffene Kommunen und Bürgerinitiativen über eine verträgliche Entwicklung des Güterverkehrsaufkommens diskutierten, hat sich auf die Alpha-E-Variante verständigt. Diese Variante akzeptiert zwar, dass die Bahn ihre Strecke so modifiziert, dass auf ihnen mehr Güterzüge als bislang verkehren können. Knüpft das Einverständnis jedoch an einen Katalog von zehn Bedingungen. Dazu gehören mehr Lärmvorsorge, der Umbau ebenerdiger Bahnübergänge und die Einrichtung eines Aufsichtsgremiums. Dieses wacht darüber, dass die Planungen entsprechend der Vereinbarung umgesetzt werden.

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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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