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Bahn will 350 Güterzüge pro Tag

Bahnstrecke Burgdorf-Lehrte-Sehnde Bahn will 350 Güterzüge pro Tag

In wenigen Jahren könnten auf der Bahnstrecke Burgdorf-Lehrte-Sehnde deutlich mehr Güterzüge als derzeit fahren. Dieses Szenario würde die Entwicklung der Orte entlang der Gleise nachhaltig negativ beeinflussen, meinen die Bürgermeister der Kommunen - und wollen dies verhindern.

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Die Bahn will auf den Strecken Burgdorf-Lehrte-Sehnde und Lehrte-Ahlten deutlich mehr Güterzüge fahren lassen. Das Bild zeigt den Bahnübergang Grünstraße in Lehrte.

Quelle: Achim Gückel

Burgdorf/Lehrte/Sehnde. Die Deutsche Bahn AG plant mit diesen Zahlen, um Güter von den Seehäfen in Richtung Süden transportieren zu können. Um das zu verhindern oder zumindest abzumildern, bitten Burgdorf, Lehrte und Sehnde ihre Abgeordneten in Berlin um Unterstützung. Der jetzige Planungsstand der Bahn sieht zwar keinen neuen Schienenstrang im Osten der Region Hannover vor. Auf den ersten Blick scheint das von Vorteil zu sein. Trotzdem wird auch in Lehrte, Sehnde und Burgdorf die Lärmbelastung massiv steigen, wenn immer mehr Güter von Nord nach Süd transportiert werden müssen. Allerdings ist die Bahn nur dort, wo sie neu baut, gesetzlich verpflichtet, den Lärmschutz zu verbessern. Das heißt: Die drei Städte gingen leer aus.

Die Bürgermeister Alfred Baxmann, Klaus Sidortschuk und Carl Jürgen Lehrke sehen angesichts dieser Pläne die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Städte stark eingeschränkt. Diese Erkenntnis hat sich inzwischen auch im Dialogforum Schiene Nord durchgesetzt, berichtet Burgdorfs Stadtplaner Jan-Hendrik Brinkmann, der dort die Interessen der drei Kommunen vertritt.

Mit fünf Enthaltungen habe das Forum mit den mehr als 80 Teilnehmern in Celle beschlossen, dass alle Kommunen, die von der Kapazitätsausweitung betroffen sind, einen Ausgleich erhalten. „Auf dieser Basis soll jetzt weitergearbeitet werden“, sagt Brinkmann. Folgendes soll erreicht werden:

  • die Grenzwerte für einen angemessenen Lärmschutz wesentlich herabsetzen
  • die Kommunen nicht mehr an den Kosten für eine notwendige Beseitigung ebenerdiger Bahnübergänge beteiligt werden, und
  • ein sogenannter Akzeptanz-Fonds aufgelegt wird.

Dieser Fonds soll laut Brinkmann den Kommunen Geld zur Verfügung stellen: für Ausgleichsmaßnahmen wie beispielsweise höhere Lärmschutzwände oder den Neubau eines wegen des Lärms nicht mehr bewohnbaren Hauses.

Die Bürgermeister erwarten von den Bundesabgeordneten Maria Flachsbarth, Caren Marks, Hendrik Hoppenstedt und Matthias Miersch, dass sie dieses Ausgleichskonzept unterstützen. So lautet die Bitte in einem gemeinsamen Schreiben.

Die Bahn geht derzeit davon aus, dass sie auf der Strecke Celle-Lehrte die Zahl der Güterzüge auf 200 pro Tag verdoppelt. Das hieße, 16 Waggonschlangen würden pro Stunde über die häufig schon alten Gleise rumpeln, hinzu kämen noch die Personenzüge. Für den östlichen Abschnitt Ahlten-Lehrte wird ebenfalls mit einer Verdopplung auf dann 350 Güterzüge am Tag (29 pro Stunde) gerechnet. Auf der Strecke Lehrte-Hildesheim soll sich die Zahl sogar auf 100 Güterzüge pro Tag verzehnfachen.

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