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Seit 35 Jahren lehrt Petschuleit Flötentöne

Burgdorf Seit 35 Jahren lehrt Petschuleit Flötentöne

Munteres Geplapper weist den Weg in den Probenraum in der Grund- und Hauptschule I. Wenn die 22 gestandenen Frauen der Blockflötengruppe der Musikschule Ostkreis Hannover sich nach einer Woche Pause wiedersehen, gibt es viel zu erzählen. Auch dann, wenn die Gruppe bereits seit 35 Jahren existiert.

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Seit 35 Jahren aktiv an der Blöte: Barbara Petschuleit (hinten rechts mit Brille) und ihre Blockflötengruppe.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. "Da habe ich nichts zu melden", sagt Ensembleleiterin Barbara Petschuleit verschmitzt: "Die hören nicht auf mich." Doch nachdem die Wiedersehensfreude gestillt, die wichtigsten Neuigkeiten ausgetauscht sind, hat die Musikschullehrerin das Heft in der Hand. "Wir schätzen sie sehr, weil sie humorvoll und geduldig ist, uns fördert und fordert", sagen ihre Schülerinnen unisono. Viele der Frauen haben parallel zu ihren Kindern mit dem Musizieren an der Musikschule Ostkreis begonnen: "Die Kinder haben aufgehört, wir sind geblieben."

Barbara Janssen kam 1981 etwa zwei Monate nach der Gründung dazu, Dorle Brünger ist von Anfang an dabei: "Wir waren eine feste Gruppe aus Dollbergen und Barbara Lehmann (so hieß Petschuleit damals noch) hat uns dann unter ihre Fittiche genommen." Aus den zwei Gruppen - einer mit absoluten Anfängerinnen und einer mit denen, die schon geflötet hatten - ist im Laufe der Jahre ein Ensemble mit allen vier Stimmen gewachsen. "Wir hatten auch einen Quotenmann", sagt Petschuleit, "doch den haben wir dann leider verloren. Der hatte so viele verschiedene Aktivitäten und entschied sich dann dafür, etwa mit seiner Frau zusammen zu machen."

Die Stücke, die meist Petschuleit auswählt, decken einen breiten Bereich ab. Von Renaissance bis Jazz, von internationaler Folklore bis zum bekannten Volkslied. Das Repertoire, in dem sich auch so manche Komposition ihres verstorbenen Mannes befindet, ist so groß, das es mehrere Ordner füllen würde. Unmöglich, ständig sämtliches Notenmaterial mit sich zu führen. Also gibt Petschuleit regelmäßig bekannt, welche Stücke in der nächsten Zeit dran sind. "Aber meist kommt immer noch was Neues dazu", sagt Janssen wissend.

"Wir spielen in erster Linie zu unserem Vergnügen. Wenn uns dann jemand hören will, spielen wir da auch", beschreibt Christa Ludwig die Motivation der Frauen, die aus Dollbergen, Uetze, Burgdorf, Aligse, Steinwedel, Sievershausen und Ehlershausen zusammenkommen, um ihrer Passion zu frönen. Es sind einige Auftritte pro Jahr: Ob bei runden Geburts- oder Hochzeitstagen, Veranstaltungen der Musikschule oder kirchlichen Frauenkreisen, der Weihnachtfeier beim Bund der Vertriebenen, bei einem Ausflug in einer Kirche in Celle oder am 4. Advent beim Konzert in Hänigsen: Die Flötististinnen sind gefragt. "Und wenn mal gar nichts ist, dann gehen wir ins Altenheim und spielen da", sagt Petschuleit.

Geselligkeit ist natürlich auch Trumpf, und zwar nicht nur bei den Feiern zu Jubiläen und runden Geburtstagen des Kreises. Besonders gern erinnern sich die Frauen auch an ihre regelmäßigen Freizeiten, die sich häufig in Burgen oder Klöster geführt haben. "Und unsere Büfetts sind legendär", schwärmt Janssen angesichts des Talentes, unabgesprochen die leckersten Köstlichkeiten zusammenzustellen. Nur zum 30-Jährigen haben sich die Damen ein geordertes Büfett gegönnt. "Aber nur, weil wir den ganzen Tag mit Proben und dem Vorspielen vor unseren Männern so eingebunden waren."

Lieblingsstücke und Herausforderungen

Angesichts der vielen vielen Stücke, fällt den Frauen die Auswahl ihrer absoluten Lieblinge nicht ganz einfach. Ein israelisches Segenslied, eine Pavane des frühbarocken Komponisten Johann Hermann Schein, "Alta Trinita Beata", "Mock Baroque". und die jazzigen Stücke, die Allan Rosenheck speziell für Flöte komponiert gehören auf jeden Fall dazu. Lieder, die sie durch die Bank weg so gar nicht mögen, gibt es keine. Allerdings ein Stück, dass sie vor Jahrzehnten spielen mussten und alle recht anstrengend fanden. "Im Anfang habe ich sie mit dem Lied 'Der wilde Falke ' gequält", sagt Petschuleit schmunzelnd. " Das umfasst die ganze Tonleiter und ich habe sie es durch alle Tonarten spielen lassen."

Von Sandra Köhler

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