Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Bauer in Weferlingsen düngt nasenfreundlich

Landwirtschaft 2.0 Bauer in Weferlingsen düngt nasenfreundlich

Wie Landwirtschaft 2.0 geht, ließ sich am Mittwochabend bei Weferlingsen beobachten, wo ein Tanklastzug auf einem Acker Gärsubstrat als Naturdünger ausbrachte und zugleich den Boden eggte – computergesteuert und geruchlos.

Voriger Artikel
Paulus-Familienzentrum wächst
Nächster Artikel
Hertha Otze träumt vom Vereinsheim

Blitzsauber und geruchlos düngen auf einem Acker bei Weferlingsen: Der Tanklastzug nimmt am Feldweg Gärsubstrat aus einer Biogasanlage auf und arbeitet es danach computergesteuert und mithilfe einer Scheibenegge in die Erde ein.

Quelle: Joachim Dege

Weferlingsen. Ein Weferlingser, der nicht namentlich genannt werden will, traute seinen Augen nicht. So etwas hatte er in 25 Jahren Dorfleben noch nicht gesehen. Ein riesiger Tanklastzug zog seine Bahnen auf dem Acker am Dorfrand Richtung Sorgensen und brachte, so seine Annahme, Gülle im industriellen Stil aus.

Tatsächlich handelte es sich keineswegs um Gülle, sondern um Gärsubstrat aus der Biogasanlage bei Hänigsen, an der auch zwei Weferlingser Landwirte beteiligt sind. Der Tanklastzug gehört einem Lohnunternehmer, der für den Hofbetrieb von Florian Bethmann erstmals das Gärsubstrat als Dünger auf der 12,5 Hektar großen Ackerfläche ausbrachte. Und zwar ohne dass jemand im Dorf die Nase hätte rümpfen müssen – die Arbeit ging völlig geruchlos vonstatten.

Altenteiler Otto Bethmann erläuterte auf Nachfrage, warum das so ist: Erstens rieche Gärsubstrat aus der Biogasanlage von Haus aus weniger intensiv als Gülle. Zweitens werde das Substrat – 20 Kubikmeter je Hektar – sogleich mit der Scheibenegge unter die Erde gehoben, sodass sich etwaige Landgerüche gar nicht erst Bahn brechen könnten.

Bethmann bestätigte: „Das lohnt sich für beide Seiten.“ Sein 80 Hektar großer Betrieb beliefere die Biogasanlage mit Mais, den er auf zehn Hektar anbaue. Das lockere die Fruchtfolge auf. Im Gegenzug könne er, statt Kunstdünger kaufen zu müssen, von der Biogasanlage der Kollegen das Gärsubstrat als Naturdünger beziehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xo2ot3ahw7628ka8az
Geisterstunde im Museum mit Bach und Händel

Fotostrecke Burgdorf: Geisterstunde im Museum mit Bach und Händel